Max-Ophüls-Filmfestival online gestartet
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Wird diesmal virtuell übergeben: der Max Ophüls Preis 2021. Foto: Oliver Dietze/dpa
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Saarbrücken (dpa) - Das 42. Filmfestival Max Ophüls Preis (MOP) in Saarbrücken hat am Sonntagabend begonnen - wegen der Pandemie erstmals als Online-Version.

Zum Start gab es schon einen Preis: Wim Wenders - Regisseur, Fotograf und Produzent («Der Himmel über Berlin») - bekam den Ehrenpreis für seine Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film. Die Preisübergabe war zuvor in Berlin aufgezeichnet worden. Die Reden und Gespräche für die Eröffnungsveranstaltung wurden in Saarbrücken vorproduziert.

Das MOP gilt als wichtigstes Festival für den jungen deutschsprachigen Film. Insgesamt werden bis zum 24. Januar 98 Filme gezeigt. 50 Produktionen starten in den vier Festival-Wettbewerben Spielfilm, Dokumentarfilm, mittellanger Film und Kurzfilm. Laut dem Künstlerischen Leiter Oliver Baumgarten gehe es dabei schwerpunktmäßig um Identität, Heimat, Selbstbestimmung von Frauen und «verschiedene Perspektiven auf destruktive Auswirkungen des Kapitalismus».

Nach Ansicht des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) braucht das Publikum bei der Kunstform Film die Erfahrung des kollektiven Erlebnisses, des gemeinsamen Lachens, Staunens oder des gemeinsamen Berührtseins. «Vieles davon werden wir in diesem Jahr nur in eingeschränktem Maße erleben können», räumte er ein. Der Ophüls-Preis verleihe dem Saarland seit mehr als 40 Jahren «cineastischen Glanz», so der Ministerpräsident.

Wie im Vorjahr werden 16 Preise vergeben, die insgesamt mit 118.500 Euro dotiert sind. Die Verleihung ist für kommenden Samstag (23. Januar) geplant.

Wim Wenders freute sich über den Ehrenpreis, «weil er nicht für mich ist, sondern für etwas, was ich gerne tue: den Nachwuchs unterstützen.» Das mache er nicht so ganz uneigennützig, weil ihm dies viel gebe. «Den allerersten Blick kann man nicht wiederholen», sagte Wenders. Er arbeite gerne mit jungen Leuten zusammen, weil sie diesen ersten Blick noch ausprobierten: Dies sei «manchmal erhebend, manchmal ermutigend» - und manche müsse man «ein bisschen schubsen, damit sie sich selbst diesen Blick zutrauen".

Der 75-Jährige ist auch Produzent des Dokumentarfilms «A black Jesus», der im Anschluss an die offizielle Preisverleihung gezeigt wurde. In dem Streifen von Luca Lucchesi wird die Verehrung einer schwarzen Jesus-Statue in einem sizilianischen Dorf beleuchtet.

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