Briten spüren vorerst keine Brexit-Folgen
Das Schild vor der Ausländerbehörde des Kreises, die für zwölf Kommunen im Kreis zuständig ist. Die Stadt Gütersloh hat eine eigene Ausländerbehörde.

Das bedeutet: Sie dürfen sich in allen Mitgliedsstaaten der EU frei aufhalten und niederlassen, betont die Ausländerbehörde des Kreises Gütersloh. Aktuell benötigen sie vor dem 31. Dezember 2020 noch keine Aufenthaltstitel nach dem Aufenthaltsgesetz. Insoweit müssen sie derzeit noch keine entsprechenden Anträge für die Zeit ab 2021 stellen, zumal es derzeit auch noch keine verbindlichen Regelungen für die Zeit nach dem Ende der Übergangsfrist gibt.

Derzeit bereitet das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat neue Regelungen vor. Sobald es diese gibt, werden die Ausländerbehörden von Stadt und Kreis Gütersloh die in ihrem Zuständigkeitsbereich gemeldeten britischen Staatsangehörigen anschreiben und rechtzeitig vor Ablauf der Übergangsfrist über das weitere Verfahren informieren.

Im Februar 2019 seien 430 Briten im Kreisgebiet gemeldet gewesen, 360 davon im Zuständigkeitsbereich der Stadt Gütersloh, wie Jan Focken, Pressesprecher des Kreises Gütersloh, auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte. Über aktuellere Zahlen verfüge die Ausländerbehörde nicht – denn für die müssten Städte und Kommunen einzeln angefragt werden.

Soweit britische Staatsangehörige eine Einbürgerung beantragt haben oder noch vor Ablauf des Übergangszeitraums am 31. Dezember 2020 stellen, kann bei ihnen von dem ansonsten nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz erforderlichen Ausscheiden aus der britischen Staatsangehörigkeit abgesehen werden. Alle weiteren Einbürgerungsvoraussetzungen müssen vor Ablauf des Übergangszeitraums erfüllt sein und bis zum Zeitpunkt der Einbürgerung weiterhin vorliegen.

Ab dem 1. Januar 2021 können britische Staatsangehörige nur noch eingebürgert werden, wenn sie zuvor die britische Staatsangehörigkeit aufgegeben haben. Ob der Ende des Jahres endende Übergangszeitraum durch einen gemeinsamen Beschluss der EU und des Vereinigten Königreichs verlängert wird, ist derzeit nicht absehbar. Eine solche Verlängerung kann nur einmal um maximal zwei Jahre erfolgen, wenn diese vor dem 30. Juni 2020 vereinbart wird.

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