Zwei Ereignisse stoßen sauer auf
Foto: Bussieweke
„Persönlich und emotional“: So beschreibt Raphael Tigges, CDU-Landtagsabgeordneter aus dem Kreis Gütersloh, Armin Laschets Rede auf dem digitalen Parteitag der Christdemokraten.
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Der letztendliche Wahlgewinner Armin Laschet vereinte in der Parteibasis im Kreis Gütersloh gerade einmal 19 Prozent der Stimmen auf sich. Ein unerwünschtes Ergebnis also für die hiesigen Christdemokraten? „Auf keinen Fall“, sagt Raphael Tigges, Landtagsabgeordneter der CDU aus dem Kreis Gütersloh.

„Als Ministerpräsident gezeigt, wie gut er zusammenführen kann“

„Ich war von Anfang an der Meinung, dass alle Kandidaten extrem geeignet sind, die Partei zu führen.“ Er sei sich sicher, dass Armin Laschet in der Lage sei, die CDU in eine „sehr gute Zukunft“ zu führen.

Bleibe nur zu hoffen, dass sich diejenigen, die mit Norbert Röttgen und vor allem mit Friedrich Merz sympathisiert hatten, mit ihrem neuen Chef arrangieren können. „Dass das klappt, davon bin ich überzeugt. Als Ministerpräsident in Düsseldorf zeigt Laschet, wie gut er moderieren und zusammenführen kann“, so Raphael Tigges.

Eine persönliche und emotionale Rede

Besonders gut gefallen habe ihm Armin Laschets Rede. Dass sie persönlich und emotional gewesen sei, habe die Parteimitglieder abgeholt. Und er sei auch überzeugt vom Tandem Laschet/Spahn, das „Konservatives und Modernes eint“.

Sicherlich habe Laschet bei der Wahl Position als Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslands geholfen. In dieser Rolle habe er im vergangenen Jahr mehrfach seine Qualitäten als Krisenmanager unter Beweis stellen können.

Geeint ins Wahljahr 2021

Letztendlich sei er in erster Linie froh, dass die „sehr schwere“ Frage um den Parteivorsitz endlich geklärt sei, sagt der Landtagsabgeordnete Tigges. „So können wir geeint in dieses Wahljahr gehen“, sagt er.

Tigges spricht von „Stolz auf die CDU“, wenn es um diesen digitalen 33. Parteitag geht. Die Christdemokraten hätten gezeigt, dass sie durchaus in der Lage seien, eine solche Großveranstaltung digital angemessen vor- und aufzubereiten.

Messenger-Diskussionen ersetzen Netzwerken vor Ort nicht

Gefehlt habe trotzdem etwas. „Und zwar das Netzwerken eines Präsenzparteitags. Die Gespräche links und rechts. Das ersetzen auch keine Diskussionen in Messengerdiensten, wie wir sie während des Parteitags geführt haben“, erläutert Raphael Tigges.

Kritisch sehe er zwei Punkte des digitalen Parteitags. Einerseits habe er es als unpassend empfunden, dass Gesundheitsminister Jens Spahn in der Fragerunde Werbung für seinen Favoriten Laschet gemacht habe, ohne tatsächlich eine Frage zu stellen.

Andererseits empfinde er es als befremdlich, so Tigges, dass Friedrich Merz nach seiner Wahlniederlage postwendend angekündigt habe, dass er Wirtschaftsminister werden wolle.

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