Nachwuchs wird in Graffitikunst unterrichtet
Bild: Hövelmann
Auch T-Shirts wurden gestaltet: Serdal machte die Arbeit mit der Sprühdose Spaß. Neben ihm ist Sozialpädagoge Christian Plog.
Bild: Hövelmann

Von Bielefeld war der Graffiti-Künstler in die Dalkestadt gekommen. Dort verriet er den Jungen und Mädchen am Donnerstag Tipps und Tricks im Umgang mit der Sprühdose. Einiges war den Kindern schon bekannt. Darum hatte sich Christian Plog vom Sozialpädagogischen Institut Gütersloh gekümmert. „Graffiti-Kunst ist eines meiner Steckenpferde“, betonte er. Zusammen mit Kelle hatte er es sich zum Ziel gesetzt, die Fahrradwerkstatt am Ende der Sackgasse in einem neuen Licht erstrahlen zu lassen.

Vorbereitung des Motivs ist wichtig

Doch bevor das soweit war, konnten die Jüngsten selbst aktiv werden. Von der Idee über die Skizze bis zum Sprayen – insgesamt vier Tage lang hatten sie sich der Graffiti-Kunst gewidmet. „Die Planung des Motivs ist die halbe Miete“, betonte Kelle. Sechs bis sieben Stunden Vorbereitungszeit investiert er in eine Zeichnung – und das, obwohl er sich bereits seit 19 Jahren dem Sprayen verschrieben hat. So wurden auch bei den Jüngsten zunächst Zeichnungen auf Papier entworfen und ausgemalt. Das fertige Motiv konnte dann auf die Holzwände der Werkstatt übertragen werden.

Schwierig sind die Schatten

„Teilweise ganz schön schwer“, meinte Halbast (11). Vor allem das Zeichnen von Schatten und Perspektive habe es in sich gehabt. Dabei stand trotz der einen oder anderen Herausforderung vor allem eines im Mittelpunkt: der Spaß. Darin waren sich alle neun Kinder einig. Am Donnerstag stand für sie dann die Gestaltung von T-Shirts und Leinwänden auf dem Programm. Doch bevor die Motive vorsichtig aufgesprüht werden konnten, mussten zunächst Schablonen ausgesucht und ausgeschnitten werden. Geduld und eine ruhige Hand – beides war gefragt. „Sieht richtig gut aus“, befand Alexandra (11) schließlich.

Das Gemeinschaftsgefühl ist gewachsen

Ausgerichtet worden war die Aktion von der Mobilen Jugendarbeit Ostpreußenweg. „Seit einem Jahr sind wir nun schon hier aktiv“, sagte die Pädagogische Leiterin Julia Kaufmann. In dieser Zeit hätten zuvor herrschende Konfliktpotenziale unter den Kindern beseitigt werden können. „Das Gemeinschaftsgefühl wurde gestärkt“, stellte sie heraus. Auch künftig dürfen die Kinder auf den Rückwänden der Fahrradwerkstatt zusammen mit Christian Plog ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

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