Oliver Pocher als Tönnies unterwegs
Foto: Steinecke
Auf Instagram kündigt Oliver Pocher einen Beitrag für seine Late-Night-Show an.
Foto: Steinecke

Dabei steht er vor einem Gütersloher Ortseingangsschild. Er wolle sich entschuldigen. Und zwar „bei seinen Mitarbeitern (auf Rumänisch) und den Einwohnern (auf Deutsch)“, wie Pocher auf Instagram schreibt.

Dreharbeiten für die Late-Night-Show „Gefährlich ehrlich“

Die Maskerade ist Teil eines Drehs für Pochers Late-Night-Show „Gefährlich ehrlich“, die am heutigen Donnerstag ab 23.10 Uhr bei RTL gezeigt wird.

Kurz zuvor war Pocher auch in Verl. Bürgermeister Michael Esken (CDU) beobachtete das Geschehen und kommentierte auf Facebook: „Es gibt auch bessere Satire oder Comedy. Ich finde es jedenfalls nicht gut.“

Mit dieser Ansicht steht er wahrscheinlich nicht allein da. Immerhin erweckt Pocher mit seinem lapidaren Auftritt den Eindruck, dass es sich nicht um eine ausgewachsene Krise handelt, die sich im Moment im Kreis Gütersloh abspielt, sondern um eine kleine Unannehmlichkeit, die sich locker-flockig als Beitrag für seine Show zusammenwitzeln lässt.

„Wer hat den Idioten in unseren Ort gelassen?“

Für solche Auftritte fehlt derzeit der Abstand zu der ganzen Misere. Viel zu viele Menschen sitzen noch tagelang in ihren viel zu engen Unterkünften fest und bangen um ihre Gesundheit. Zu Scherzen aufgelegt sind die bestimmt nicht. So sieht es auch die Facebook-Community: „Wer hat den Idioten in unseren Ort gelassen?“, schreibt etwa ein Verler. Und „Hoffe, RTL dreht ihm den Hahn ab“, ein anderer.

Satire ist eigentlich schön und gut. Nur ein Gespür dafür, das sollte man schon haben – und nicht einen Witz aus einem ohnehin schon bis ins Mark erschütterten Kreis machen.

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