Stiftungen unterstützen Berufswahl-Projekt
Wollen die Schüler des Städtischen Gymnasiums bei der Berufswahl unterstützten: (v. l.) Kay Klingsieck (Stiftung der Sparkasse Gütersloh), Christoph Mohn (Reinhard-Mohn-Stiftung), Katrin Meyer (Bürgerstiftung Gütersloh) und Axel Rotthaus (Städtisches Gymnasium).

Mit dem Abi-Zeugnis in der Tasche beginnt für junge Menschen die große Freiheit – einerseits. Anderseits kommt dann auch eine Zeit der Entscheidungen, einen Weg in ihre berufliche Zukunft einzuschlagen. Und die Vielfalt an Berufen und Studiengängen ist groß. „Das verunsichert viele Schüler“, sagt Axel Rotthaus, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums. „In der Oberstufe konzentrieren sie sich sehr auf Vorbereitung und Bewältigung des Abiturs. Eine Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten, Wünschen und Berufsperspektiven kommt da leicht zu kurz.“

Orientierung und Begleitung zu bieten ist eine verpflichtende Aufgabe, die sich weiterführenden Schulen stellt. Axel Rotthaus: „Eine kurze Beratungsstunde oder der Besuch einer Berufsmesse reichen aber oft nicht aus. Wir möchten, dass sich die Jugendlichen kontinuierlich und frühzeitig mit dieser Aufgabe auseinandersetzen können.“ Dabei will das neue Projekt helfen.

Über einen Förderzeitraum von vier Jahren stellen sie über 150 000 Euro zur Verfügung. Christoph Mohn, Vorstandsvorsitzender der Reinhard-Mohn-Stiftung, erklärt: „In Deutschland bestimmt die familiäre Herkunft stark über den Bildungserfolg, aber auch über die Studien- und Berufsentscheidung. Wir wollen einen Beitrag leisten, dass Jugendliche unabhängig von ihrer familiären Herkunft qualifizierte Studien- und Berufsentscheidungen treffen, mit denen sie langfristig ein erfülltes Leben führen können.“

Über ein schulinternes Bewerbungsverfahren ausgewählt, werden 25 Schüler eines Jahrgangs im Rahmen einer Gruppe von der zehnten Klasse bis zum ersten Jahr nach dem Abitur begleitet. Sie machen sich auf den Weg, ihre Kompetenzen und eigenen Wünsche besser kennenzulernen.

Sei es die eigenverantwortliche Planung von Hochschulbesuchen oder das Gespräch mit Berufstätigen, die aus ihrem Alltag und von ihrem Lebenslauf erzählen - die Schüler lernen auf diesem Weg der Orientierung ihre Erfahrungen und Informationen zu reflektieren, zu diskutieren und für sich selbst umzusetzen. Unterstützt werden sie dabei von einem Team aus Lehrern, Projektmitarbeitern und Trainern. Auch die Eltern werden auf dem Weg einbezogen, bei dem sich die jungen Menschen auf Berufe einlassen, die zunächst nicht so interessant erscheinen.

„Wir möchten die Schüler dabei unterstützen, ihren Blick zu weiten“, sagt Katrin Meyer von der Bürgerstiftung. „An vielen Maßnahmen nehmen sie leider oft nur passiv teil, ohne ihre eigenen Lebensvorstellungen und Neigungen mit Berufsbildern abzugleichen.“ Studienabbruchquoten von fast 30 Prozent in Deutschland zeigen, dass sich viele junge Menschen schwertun, die richtige Berufsentscheidung zu treffen, wie es in einer Mitteilung der Stiftungen und des Gymnasiums heißt.

„Es gibt viele Talente in unserer Region. Es ist unsere Verantwortung, sie umfassend zu fördern“, sagt Kay Klingsieck von der Stiftung der Sparkasse Gütersloh. „Darüber hinaus sind diese Abbrüche teuer für unsere Gesellschaft.“

Für Schulleiter Axel Rotthaus ist das neue Projekt mehr als nur eine Arbeitsgruppe, die über einen begrenzten Zeitraum wirkt. „Das Projekt sorgt für Aufbruchsstimmung an unserer Schule. Wir wollen das Konzept dauerhaft etablieren und es möglichst allen Schülern zugänglich machen.“

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