Unfallzahlen erreichen Höchststand
Archivbild: Eickhoff
Auf dem Stadtring Nordhorn war es im Mai vergangenen Jahres zu einem Unfall gekommen. Ein damals 47-Jähriger war mit seinem Fahrzeug gegen einen Baum geschleudert. Insgesamt stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr auf ein Rekordhoch.
Archivbild: Eickhoff

Fast nur rote Zahlen für das vergangene Jahr weist die gestern vorgelegte Statistik auf. Die Unfälle mit Sachschaden stiegen um 4,8 Prozent, jene mit Verletzten um rund 1 Prozent auf 1371. Wie im Vorjahr betrug die Anzahl der Verkehrstoten 15. Schwer verletzt – das bedeutet, es erfolgte eine stationäre Klinikaufnahme – wurden 287 Menschen und damit 16,2 Prozent mehr als im Jahr 2018.

Polizeichef will „nichts beschönigen“

Eine gegenläufige, positive Tendenz wies indes das gesamte Land Nordrhein-Westfalen auf: Dort gab es 3,5 Prozent weniger Schwerverletzte auf den Straßen. „Unsere Zulassungsdichte von Fahrzeugen ist mit am höchsten in Deutschland.“

Der Leitende Polizeidirektor Christoph Ingenohl wolle damit „nichts beschönigen“, nannte aber einige Erklärungspunkte für die gegenläufige Entwicklung im Kreis Gütersloh. Mehr Bevölkerung, zunehmende Pendlerströme, ein damit verbundenes hohes Verkehrsaufkommen und nicht zuletzt die Unfälle mit Radfahrern und Pedelecs nannte Ingenohl als Gründe für die Negativentwicklung.

So verunglückten 621 Radfahrer (plus 4,7 Prozent), davon 138 mit einem Pedelec oder E-Bike unterwegs (plus 41 Prozent). „Auf Pedelecs sind viele ältere Rad-Wiedereinsteiger unterwegs und beherrschen nicht sofort die vielen Details eines solchen Gefährts. Auch die Reaktionsschnelligkeit fehlt“, erklärte der Polizeidirektor.

Zahlen sind ein Ansporn

Die erhöhten Unfallzahlen betreffen alle Altersgruppen. 12 Prozent mehr Kinder bis 14 Jahren verunglückten. Von 168 waren es 85 auf dem Rad und 50 als Insasse im Auto. Es gab aber auch ein positives Ausrufezeichen: Wie im Vorjahr wurde kein Kind getötet. Die Steigerungsrate bei Unfällen mit Jugendlichen bis 17 Jahren betrug 15,3 Prozent, bei den jungen Fahrern 5,8 Prozent.

„Die Zahlen sind für uns Ansporn, unseren Weg weiterzuverfolgen, die Verkehrsunfälle mit schwerwiegenden Folgen zu reduzieren“, betonte Sven-Georg Adenauer. Fortgeführt werden sollen unter anderem die Crash-Kurse in den Schulen sowie die Aktion Radschlag. Ansonsten lautet Ingenohls allgemeines Rezept gegen Unfälle: Sich aufs Fahren konzentrieren und Ablenkungen vermeiden.

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