Verein bleibt auf Kosten sitzen
Foto: Aundrup
Nach dem Anschlag auf den türkisch-deutschen Kultur- und Hilfsverein Anadolu wurde das Gebäude von der Polizei versiegelt.
Foto: Aundrup

Mutmaßlich durch auf Kipp stehende Fenster waren in der zweiten Maiwoche mehrere Gefäße mit Buttersäure in das Gebäude bugsiert worden und hatten dort den Fußboden verätzt sowie einen unangenehmen Geruch verbreitet. Weil ein rassistisches Motiv zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Staatsschutz eingeschaltet. „Wir können noch keine Neuigkeiten vermelden“, sagte eine Sprecherin der Polizei Bielefeld auf Nachfrage dieser Zeitung.

Versicherung kommt nicht für Schäden auf

Fragwürdig war auch, wie es nach dem Buttersäureanschlag mit dem Gebäude des Kulturvereins weitergehen sollte. Unter anderem war ein Brandschutzteppich verätzt worden. Sezer Söztutar, Vorsitzender des Vereins: „Die Versicherung kommt nicht für die Schäden auf. Betroffen ist ja nicht nur der Teppich.“ Der unangenehme Geruch von Buttersäure habe sich auch auf Tischen und Stühlen abgesetzt. Und, das mache die Sache besonders kompliziert, auf den Wänden. „Einmal neu streichen reicht da nicht“, sagt Söztutar.

Verein benötigt Spenden

Um für die entstandenen Schäden aufzukommen und um die Inneneinrichtung wiederherzustellen, sucht der Verein jetzt nach einer Möglichkeit, Spenden zu generieren. Finanzielle Hilfe hätten auch Mitglieder des Vereins zugesichert, sagt der Vorsitzende Sezer Söztutar: „Aber das ist nicht die Welt.“ Denn auch bei ihnen schlage sich die Corona-Krise finanziell nieder. Von denen, die noch nicht im Rentenalter seien, arbeiteten etliche in Kurzarbeit. Manche von ihnen hätten ihren Job verloren.

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