Ehrenamtskarte bald in Herzebrock-Clarholz
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Ein Ausdruck der Wertschätzung für bürgerschaftliches Engagement soll die Ehrenamtskarte sein. Nach dem positiven Votum aus der Kommunalpolitik gilt es für die Verwaltung, Partner für die Vergünstigungen, die die Inhaber erhalten sollen, zu akquirieren.
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Der Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales hat jüngst die Einführung der Ehrenamtskarte beschlossen. Ein klares Votum war es nicht: Sieben Jastimmen standen drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen gegenüber.

Woher die Skepsis gegenüber dem Instrument rührt, wurde bereits in vorhergehenden Diskussionen deutlich: Seitens der Verwaltung wurde ein hoher Aufwand ins Feld geführt. Auch die allgemein anerkannten Voraussetzungen für den Erhalt (fünf Stunden ehrenamtliches Engagement pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ohne pauschale Aufwandsentschädigungen) seien sehr hoch und würden in der Gemeinde kaum erfüllt. Dieses und der regelmäßig in der Kommune stattfindende Tag des Ehrenamts als Anerkennung hatten vor einigen Jahren zur Ablehnung der Karte geführt.

Positive Stimmen aus dem Umland

 Nachdem das Thema Ende 2019 aufgrund eines Bürgerantrags erneut diskutiert wurde, wollten die Kommunalpolitiker wissen, wie es in umliegenden Gemeinden und Städten, die die Ehrenamtskarte anbieten, denn so läuft. Dazu hatte die Verwaltung unter anderem in Gütersloh, Harsewinkel, Rietberg und Versmold nachgefragt. Die Erfahrungen waren grundsätzlich positiv. Für Gütersloh gehöre die Karte „zum Gesamtkonzept zur Stärkung und Wertschätzung des Ehrenamts“ in der Stadt hieß es. Pro Jahr würden dort im Schnitt 200 Stück ausgestellt. Rund 150 sind es in Rietberg. In Versmold seien derzeit 44 Bürger im Besitz der Ehrenamtskarte. Seit Einführung Anfang 2017 habe Harsewinkel 82 Stück ausgestellt. Und derzeit verfüge die Mähdrescherstadt über 25 Vergünstigungsgeber.

 Und die müssen in Herzebrock-Clarholz noch gefunden werden. „Wenn wir das Thema vernünftig anpacken, schreiben wir Vereine auf der einen Seite sowie den Gewerbeverein und weitere auf der anderen Seite an“, sagte Fachbereichsleiter Wilhelm Towara auf „Glocke“-Nachfrage. Ziel sei es, die Ehrenamtlichen über die neue Möglichkeit zu informieren und gleichzeitig – ergänzend zu den landesweiten Möglichkeiten – eben auch lokale Partner zu finden, die den Inhabern der Ehrenamtskarte Vergünstigungen einräumen. Wer eingebunden werden kann, wird jetzt überlegt.

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