In Herzebrock soll Krematorium entstehen
Bild: Schäfer
Auf den angrenzenden Flächen nahe dem Kommunalfriedhof könnte ein Krematorium entstehen. Die Politik hat erste Schritte für eine Bauleitplanung unternommen.
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Mit dem Thema beschäftige sich die Politik schon seit längerem, so Bürgermeister Marco Diethelm (CDU). Bis dato allerdings ausschließlich nichtöffentlich. In der Sitzung des Planungsausschusses am Montagabend informierte er über die Hintergründe.

Kreis Gütersloh befürwortet Pläne

Demnach sei vor einiger Zeit im Zuge eines Grundstücksverkaufs durch die Kommune im Industriegebiet die Frage nach der Möglichkeit zum Bau eines Krematoriums aufgekommen. „Anfänglich sind wir äußerst skeptisch gewesen“, so Diethelm. Umfassende Informationen über den Betrieb und die Voraussetzungen für eine Feuerbestattung folgten. Politik und Verwaltung zogen unter anderem ein Fazit: „Wir haben festgestellt, wenn ein Krematorium kommen soll, dann im Bereich des Friedhofs und nicht im Industriegebiet“, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Drei Flächen, die sich von der Trauerhalle aus gesehen in Richtung der Waldränder befinden, kämen in Frage. Mit der Thematik wurde die Gemeinde beim Kreis Gütersloh vorstellig. „Baurechtlich hat dieser es bejaht“, so Diethelm. Und auch eine Erschließung von der Gütersloher Straße aus sei aus Sicht vom Landesbetrieb Straßen.NRW grundsätzlich möglich. Hinzugezogen habe die Gemeinde auch einen Rechtsanwalt, um in der Bauleitplanung auf der sicheren Seite zu sein.

Konzessionsstruktur angedacht

Denn sowohl der Flächennutzungsplan muss an der vorgesehenen Stelle geändert, als auch ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Für den Betrieb eines Krematoriums ist ein Konzessionsmodell im Gespräch, das der Gemeinde laut Bürgermeister Einfluss sichere: beispielsweise bei der Zahl der Feuerbestattungen oder der Forderung nach einem Gütesiegel. Letzteres erteilt unter anderem der Bundesverband Deutscher Bestatter.

Die Siegel sollen die Einhaltung nicht nur rechtlicher und baulicher Vorgaben durch Bestattungsgesetze oder die Bundes-Immissionsschutzverordnung gewährleisten, sondern auch ethische Grundregeln befolgen, die einen würdigen Umgang mit den Verstorbenen sichern. Diethelm nannte eine mögliche Konzessionslaufzeit von insgesamt 20 Jahren. Das sei ein Zeitraum, für den in der Regel ausgeschrieben werde. Laut seiner Aussage gibt es drei Interessenten für den Betrieb.

Bürgerversammlung ist geplant

Bürgermeister Marco Diethelm rechnet mit rund zehn Kremierungen pro Tag, die in Herzebrock-Clarholz stattfinden könnten. „Der Einzugsbereich der Gemeinde wäre groß“, so das Gemeindeoberhaupt. Ein bis maximal zwei Brennkammern seien für die Anlage zur Feuerbestattung angedacht.

„Die Filtertechnik ist sehr spezialisiert und gesetzlich geregelt“, sagte er. Die Vorgaben würden beispielsweise einen Schornstein von mindestens zehn Metern Höhe für den Kremationsofen vorsehen. Die nächste Anlage für eine Feuerbestattung findet sich in der Region Bielefeld.

Auf die Idee einer angeschlossenen Gastronomie für Beerdigungscafés gingen die Ausschussmitglieder, die sich ohnehin jeglicher Wortbeiträge enthielten, nicht weiter ein. Bürgermeister Diethelm verwies lediglich darauf, dass diese dann „räumlich neben dem Krematorium zu etablieren“ wäre.

Im Zuge des weiteren Verfahrens soll die Öffentlichkeit in einer Bürgerversammlung zum Projekt informiert werden. Vorausgesetzt, der Rat folgt am Mittwoch, 11. Dezember, (18 Uhr, Mensa der Gesamtschule) dem Vorschlag des Planungsausschusses.

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