Trassenteil der B64n wird neu geprüft
Seitens der Planungsbehörden abgelehnt wurde der Vorschlag der Kommune (grün), der darauf abzielte, die Überführung der alten Bundesstraße weiter in Richtung Beelen zu verorten. Im Zuge der Umweltverträglichkeitsuntersuchung soll stattdessen eine Trassenführung (rot) geprüft werden, die von Clarholz aus gesehen hinter dem Hof Pavenstädt geführt wird.

Im Prinzip soll eine „bereits verworfene, alternative Strecke“ erneut untersucht werden. Bei dieser Variante rückt die Überführung über die bisherige Bundesstraße mehr als 200 Meter von der Wohnbebauung ab.

Untersuchungsbereich hinter Pavenstädt

 Konkret liegt der Untersuchungsbereich damit – von Clarholz aus gesehen – hinter dem Hof Pavenstädt. Derzeit weisen die Unterlagen die Trasse vor dem Hof aus. Warum diese Strecke vormals verworfen wurde, war am gestrigen Mittwoch nicht zu erfahren. Auf Grundlage eines Ratsbeschlusses, in dem Lärmschutz für einige anliegende Bereiche gefordert wurde, führte Bürgermeister Marco Diethelm (CDU) ein Gespräch mit dem Landesministerium für Verkehr sowie dem Landesbetrieb Straßen NRW. Doch es ging nicht ausschließlich um Lärmschutz. 

Unterführung nicht realisierbar

Bei dieser Gelegenheit kamen auch Ideen rund um die Streckenführung zur Sprache. Ob die Auffahrt zur B 64 n im Bereich Clarholz mittels einer Unterführung realisierbar sei, fragte Diethelm nach. Klare Antwort: nein. Zu aufwendig sei ein solches Bauwerk, zu teuer und nicht mit vertretbarem Aufwand zur realisieren, so das Verkehrsministerium, heißt es in einer Mitteilung der Kommune. Und zwar, da die Auffahrt im Überschwemmungsbereich des Axtbachs liege. Blickt man auf Projektkarten im Bundesverkehrswegeplan zeigt sich: Die Trasse verläuft auf mehr als der Hälfte der Strecke durch das Überschwemmungsgebiet des Flusses. 

Ebenerdige Ausführung abgelehnt

Auch der Vorschlag, die Einschleifung auf die alte Bundesstraße weiter westlich, in Richtung Beelen, zu verorten, sei aus technischen Gründen abgelehnt worden, schreibt die Kommune. Angedacht war, die B 64 n parallel zur alten Trasse zu führen, um so am Ortsrand eine ebenerdige Ausführung – aktuell ist sie in Dammlage geplant – umzusetzen. Im Gegenzug soll die „alte“ Streckenführung erneut im Zuge der Umweltverträglichkeitsuntersuchung geprüft werden. Die finde ohnehin statt und so würden sich keine Verzögerungen ergeben, so Diethelm.

Positive Signale zum Lärmschutz

Primär hätten sich die Gespräche auf den Lärmschutz konzentriert, so Diethelm. Und in diesem Punkt habe es „positive Signale“ gegeben. Und zwar insofern, dass im Bereich des Pöppelkamps eine Wallanlage und im Bereich der Auffahrt in Clarholz eine klassische Lärmschutzwand möglich seien. Und vermutlich in die Planungen einbezogen werden. „Da sich die B 64 n vor Clarholz in einer erhöhten Dammlage befindet, kann dort nicht mit einem Wall gearbeitet werden“, so die Verwaltung. Es bleibt aber dabei: Rechtlich erforderlich ist Lärmschutz nicht. Und so bleiben die Kosten bei der Kommune. Daran hat auch das jüngste Treffen nichts geändert.

Gemeinde will Kosten übernehmen

 „Die Gemeinde wird das Geld für den Lärmschutz aber in die Hand nehmen, sollte das Land nicht bereit sein, zu zahlen“, betonte Diethelm. Wichtig sei, dass die Lärmschutzmaßnahmen bei der Planung berücksichtigt würden. Und natürlich wolle er sich in puncto Kostenübernahme noch einmal an das Ministerium wenden. Wohl wissend, dass die Wahrscheinlichkeit, dafür eine Zusage zu bekommen, ebenso gegen Null tendiere sei, wie dass die B 64 n nicht komme. „Beides basiert auf Gesetzen“, betont Diethelm. Aber vielleicht könne es ja klappen, eine Kostenbeteiligung zu erreichen. Bei dem, was Lärmschutz koste, würden sich auch bereits 10 bis 20 Prozent lohnen. Nachgehakt hat das Gemeindeoberhaupt auch in puncto Elektrifizierung der Bahn: Befürchtungen aus der Bevölkerung, dass dadurch mehr Höhe über der Bahnstrecke und somit auch mehr bei der Überführung der B 64 n notwendig sei, nimmt die Kommune den Wind aus den Segeln: Die Deutsche Bahn habe diesbezüglich keine Pläne, so die Auskunft.

SOCIAL BOOKMARKS