Aktion lädt zum Krafttanken ein
Foto: Nienaber
„Zeit der Stille“: Ab Montag, 23. November, kann man an einer Wäscheleine vor der Friedenskirche sogenannte Ritualtüten für einen persönlichen stillen Moment abholen. Die Idee dazu hatte Pfarrerin Kerstin Pilz.
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Weil es davon im Jahr des Virus’ etwas mehr zu entsorgen gibt, bietet sich an, den Prozess etwas früher anzustoßen als üblich. Ein Angebot, das genau darauf abzielt, hat Pfarrerin Kerstin Pilz entwickelt. Ab Montag, 23. November, kann man an einer Wäscheleine vor der Friedenskirche sogenannte Ritualtüten für einen persönlichen stillen Moment abholen. Der Inhalt will laut der Geistlichen der Versöhnungskirchengemeinde zu einem persönlichen Rückblick und Ausblick einladen sowie dazu, das individuelle Energiebarometer wieder etwas in die Höhe schnellen zu lassen. 

Vorbereitungen auf die bevorstehende Adventszeit

„Die Belastungen der vergangenen Wochen ablegen und Raum für hoffnungsvolle Gedanken in diesen Zeiten zu ermöglichen – dabei möchten die Tüten und ihr Inhalt in dieser besonderen Woche helfen“, betont Pfarrerin Kerstin Pilz. Der Zeitraum der Aktion kommt nicht von ungefähr. Mit dem Ewigkeits- oder Totensonntag endet das Kirchenjahr der Christen. Das neue beginnt mit dem ersten Advent. Die Woche „zwischen den Jahren“ werde von vielen Gläubigen genutzt, um in Stille Vorbereitungen auf die bevorstehende Adventszeit zu treffen. Pfarrerin Pilz ist sich bewusst, dass Gläubigen im Zuge des Pandemiegeschehens vieles im Alltag weggebrochen ist und auch die Weihnachtszeit eine andere sein wird als sonst.

 „Ich bin mir aber sicher, dass in uns allen Hoffnung und Zuversicht den Kern bilden“, sagt die Geistliche. Die Sehnsucht danach gelte es nur zu wecken. In den Tüten, die ab Montag vor der Friedenskirche an einer Leine hängen, finden Interessenten einer „Zeit der Stille“ im „To go“-Format ein Heft mit Gedichten und Gebeten sowie Impulsfragen, die jeder für sich in einem ruhigen Moment beantworten sollte, wie: „Was belastet mich? Was macht mir Angst?“ Darüber hinaus sind je drei gläserne Glückssteine den Tüten beigepackt. Jeder steht für einen schönen Moment, der einem in der Krise in guter Erinnerung geblieben ist. 

Gottesdienst zum Mitnehmen

„Ein Teelicht spendet das Licht, das einem aus der Dunkelheit hilft. Ein Stein gibt Kraft“, unterstreicht Kerstin Pilz. Wo und wann sich die Teilnehmer ihre „Zeit der Stille“ gönnen, sei ihnen überlassen, sagt die Pfarrerin aus Langenberg. „Die Menschen sind eingeladen, auf einem Spaziergang einfach an der Friedenskirche vorbeizukommen und sich eine Tüte für Zuhause mitzunehmen.“

Die Versöhnungskirchengemeinde im Bezirk Langenberg hat ihren Mitgliedern und allen interessierten Bürgern in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Alternativangebote zum Mitnehmen und Mitmachen bereitgestellt. Vor allem zu Beginn der Pandemie in Zeiten des Lockdowns, als auch die Friedenskirche geschlossen werden musste, sei der Bedarf danach groß gewesen, erläutert Pfarrerin Kerstin Pilz. Den Sommer über, als sich bei den Bürgern wieder so etwas wie Alltag eingestellt habe, habe eine Notwendigkeit, Rituale und Gottesdienst zum Mitnehmen anzubieten, nicht bestanden. 

„Unserer Mitglieder sind aber vorsichtig“

Mit dem neuerlichen Lockdown hätten bei den Bürgern Unsicherheit und Angst vor dem Unbekannten wieder stark zugenommen, betont Kerstin Pilz. Das habe sie in Gesprächen erfahren. Zwar sei die Friedenskirche – anders als im Frühjahr – diesmal unter strengen Sicherheitsvorkehrungen weiterhin geöffnet. „Viele unserer Mitglieder sind aber vorsichtig und meiden den Besuch der Gottesdienste“, sagt sie. Von daher sei es wieder geboten, den Glauben und die Kraft der Gemeinde auf anderem Weg in die Familien zu tragen. Dementsprechend sind für die kommenden Wochen weitere Angebote und Aktionen im Bezirk Langenberg geplant.

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