Ein Funken Hoffnung als Musical-Vorbote
„Ich wünsche dir eine Welt“: Mit diesem Lied aus der Feder von Regina Frerich überbrückt das Ehepaar die durch das Corona-Virus bedingte Wartezeit auf sein neues Musical. Das Foto zeigt die Musikpädagogin in einer Videosequenz an der Blockflöte.

Das Lied „Ich wünsch dir eine Welt“, zu dem ein Video gedreht wurde, ist ein erster Vorbote auf das Gesamtwerk.

Von Toleranz und Menschlichkeit

„Unser neues Stück ist längst fertig, musste aber coronabedingt mehrfach aktualisiert werden“, sagt mit ein wenig Wehmut Regina Frerich. Der Text und die Musik stammen vorwiegend aus ihrer Feder, während Gerd Frerich für den guten Ton und das aktuelle Video verantwortlich zeichnet. Im Gespräch mit der „Glocke“ betont das musikalisch und kulturell strebsame Paar, dass es auch in Zeiten des grassierenden Virus’ nicht untätig sein könne. Aus diesem Antrieb sei auch die Idee entstanden, einen ersten Song aus dem aktuellen Musical in Form eines Videos vorab zu veröffentlichen. Weitere sollen folgen.

Hintergrund

„Ich wünsch dir eine Welt“ ist der Titel eines Lieds von dem neuesten Musical aus der Feder von Regina und Gerd Frerich. Das Werk konnte bisher aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht aufgeführt werden. Weder sind derzeit Proben in Präsenz möglich, noch besteht auf absehbare Zeit Gelegenheit, es vor Publikum aufzuführen. Der Wunsch nach Toleranz, Vertrauen, Träume, Menschlichkeit, Freundschaft und Hoffnung steht in dem Lied im Zentrum. Unter anderem heißt es darin: „Ich wünsche dir eine Welt, in der du dich verlassen kannst auf Rat und Tat, auf guten Rat, so wünsche ich dir die Welt, in der die Liebe Brücken schlägt und Freundlichkeit die Herzen trägt, so wünsche ich dir die Welt, wo Schwarz und Weiß nur Farben sind, wo Ja und Nein noch zählt, wo es Träume gibt für jedes Kind, so wünsche ich dir die Welt, wo Menschlichkeit ganz oben steht, die schwerer wiegt als Geld, wo Freundschaft neue Wege geht, so wünsche ich dir die Welt.“ Um die Wartezeit bis zu einer möglichen Aufführung des Musicals zu überbrücken, hat Gerd Frerich dieses Lied in Form eines selbst erstellten Videos öffentlich bereitgestellt. Der Link zum Youtube-Video ist auf der Internetseite des Ehepaars zu finden: www.frerichs-hof.de

Das Lied „Ich wünsch dir eine Welt“ habe sie bereits bei der Taufe ihres Enkelkinds Marie gesungen, verrät Regina Frerich. Es erzähle von Toleranz, Menschlichkeit, Freundschaft, Vertrauen, Zuversicht und Mut. Anschließend habe der stolze Großvater das Video gedreht. Der Aufruf des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zum Marsch des Mobs auf das Kapitol sei Anlass gewesen, den Kurzfilm am Tag danach ins Netz zu stellen. Seit der Premiere am 7. Januar zählte es bis zum gestrigen Sonntag mehr als 500 Aufrufe.

Zweites Video in Vorbereitung

Aktuell arbeitet das Ehepaar Frerich an der Erstellung eines weiteren Videos zum zweiten Stück. „Denn die „Musical-Kids“ – allesamt Mädchen und Jungen der Musik-AG der Langenberger Brinkmannschule – und die mitwirkenden Erwachsenen sehnen sich nach dem Start der Probenarbeit“, sagt Regina Frerich.

Ihr neues Musical sei eher „ernster Natur“ mit dem aktuellen Klimawandel und Klimaschutz sowie der Corona-Pandemie im Zentrum. „Es geht um die Schöpfung und wie der Mensch aktuell mit ihr umgeht“, sagt die Komponistin und Texterin. „Bei den vielen internationalen Konferenzen geht es vornehmlich um den Kampf um die Interessen von Konzernen und Staaten“, klagt Regina Frerich an und betont: „Das Weltklima kann sich erst dann zum Guten ändern, wenn sich auch das Zwischenmenschliche ändert.“ Dazu sei es aber erforderlich, dass alle Beteiligten an einem Strang zögen. Mit Blick auf das grassierende Virus können Regina und Gerd Frerich der das öffentliche Leben lähmenden Pandemie auch etwas Gutes abgewinnen: „Wir hoffen, dass die Menschen lernen, nicht immer sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen“, hofft Gerd Frerich.

Schaffensdrang ist ungebrochen

Bis zu seiner Pensionierung 2016 hatte Gerd Frerich an der Brinkmannschule 30 Kindermusicals, davon 29 aus der Feder seiner Ehefrau Regina, gemeinsam mit „seinen“ Musikarbeitsgemeinschaften in 28 Jahren öffentlich aufgeführt. Angefangen hatte alles im Jahr 1989: Damals wollte der musikbegeisterte Pädagoge mit Unterstützung von Ehefrau und Musikpädagogin Regina mit den Mädchen und Jungen der dritten und vierten Jahrgänge das musikalische Theaterstück „Die dumme Augustine“ des Kinderbuchautors Otfried Preußler aufführen. Doch die bestellten Noten kamen nicht an. Daraufhin komponierte Frerich die Lieder selbst. Die umjubelte Aufführung war der Startschuss der Reihe.

Das Ehepaar vereinte in seinem Schaffen viele Berufe in sich: Gerd und Regina Frerich traten unter anderem als Texter und Komponisten, Bühnenbauer und Kulissenschieber, Toningenieure und Musiker, Lichttechniker, Regisseure, Chorleiter und vor allem mütterliche und väterliche Freunde für wohl mehr als 1000 Musik-AG-Kinder in Erscheinung. Unterstützt wurden sie von Eltern, Kollegen und Weggefährten. Dem Publikum in Erinnerung bleiben Musicals wie „Bleib cool Mensch“, „Mein kleiner Freund“, „Schön, dass du da bist“ und „Wie man einen Drachen besiegt“.

Irgendwo in Deutschland...

Nach der Pensionierung von Gerd Frerich legte das Ehepaar seine Hände nicht in den Schoß – es wagte sich an größere Musical-Produktionen heran. Anlässlich des 50. Todestags des weltweit bekannten amerikanischen Freiheitskämpfers Martin Luther King brachten Regina und Gerd Frerich „I Believe“ in großer Besetzung mit einem 90-köpfigen Ensemble im Alter von sieben bis 68 Jahren auf die Bühne. Das bestand aus dem Gospelchor „Spirit of Music“ Anröchte, dem Projektchor des Gospelchors „Rejoice“ Langenberg und den „Musical- Kids“.

2019 wurde ein weiteres großes Musical der Frerichs „Somewhere 68 – irgendwo in Deutschland“ mit 35 „Muscial-Kids“ und zehn Erwachsenen sowie einer eigens gegründeten Band zweimal auf der Bühne der Cultura Rietberg aufgeführt.

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