Päckchen finden trotz Corona ihren Weg
Riesig war die Freude der Altenheimbewohner in Glogówek über die Pakete aus Rietberg. Die Pflegerinnen halfen ihnen beim Auspacken.

Trotzdem haben 110 liebevoll geschnürte Pakete den Weg zu armen und bedürftigen Menschen in der oberschlesischen Partnerstadt gefunden.

Persönlicher Besuch nicht möglich

Weihnachten ohne „Päckchen für die Seele“? Das wäre nicht nur für Komiteevorsitzende Monika Kuper sowie ihre Vorstandskollegen Dr. Jacek Sakowski und Konrad Oesselke schwer vorstellbar. Auch den Bewohnern des Glogóweker Pflegeheims, die seit nunmehr elf Jahren in der Weihnachtszeit einen herzlichen Gruß und einen persönlichen Besuch aus Rietberg erhalten, hätte etwas gefehlt.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Menschen in Deutschland fest im Griff. Auch im Nachbarland Polen hat das Virus weite Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt. „An eine Fahrt unseres Komitees nach Glogówek, um die Päckchen vor Ort zu übergeben, war deshalb nicht zu denken“, sagt Monika Kuper. Trotzdem sei es gerade in schwierigen Zeiten von Bedeutung, für einander da zu sein.

110 Pakete, die Menschen aus Rietberg und Umgebung in den Wochen zuvor liebevoll gepackt hatten, machten sich vor Kurzem auf die mehr als 1000 Kilometer lange Reise nach Glogówek. Unternehmer Fred Morawiec aus der polnischen Partnerstadt ließ einen seiner Lastwagen eigens über Rietberg fahren, damit die „Päckchen für die Seele“ auf dem Hof von Mathias Vogelsang an der Lannertstraße in Bokel aufgeladen und zu ihren Adressaten gebracht werden konnten.

Flauschige Decken und wärmende Socken

Sebastian Gerstenberg, der die Städteverbindung von polnischer Seite unterstützt, stellte den Kontakt zu Morawiec auf Bitten von Monika Kuper her. Mitarbeiter der Betreuungseinrichtung übernahmen später anstelle der Rietberger Komiteemitglieder die Übergabe der mit flauschigen Decken, Süßigkeiten, Kaffee, Pflegeartikeln, wärmenden Socken oder anderen Kleinigkeiten bestückten „Päckchen für die Seele“ an die Heimbewohner.

Niemand wird vergessen

„Auf diese Weise konnten trotz der gegenwärtigen Einschränkungen bei den alten, kranken oder behinderten Bewohnern, die oft mittellos sind und selten bis nie Besuch bekommen, wieder Tränen der Freude fließen“, resümiert Kuper. Dank der Unterstützung zahlreicher Spender und Helfer sei es einmal mehr gelungen, „diese armen Seelen spüren zu lassen, dass sie nicht allein und vergessen sind“. Zwischenzeitlich hat sich auch der Glogóweker Bürgermeister Piotr Bujak mit einem persönlichen Schreiben für die Fortführung der Aktion trotz Pandemie bedankt.

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