Kaunitz entwickelt sich zum Zentrum
In Verl wird fleißig getestet. Und auch die Zahl der Infizierten steigt. In Kaunitz geht ein Infektionsherd auf eine Busreise zurück.

Wie das Stadtoberhaupt schreibt, habe Verl am Mittwoch bei der Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 150 überschritten. Für den Kreis lag die Zahl bei 121,1. Und am Donnerstag wurden vom Robert-Koch-Institut ein Anstieg auf 140,8 gemeldet. Für die Stadt Verl sind derzeit 49 aktive Fälle in der Statistik erfasst. Die Zahl der Gesamtinfektionen seit Beginn der Pandemie beträgt 240, wieder genesen sind 191 Personen. 

Während Landrat Sven-Georg Adenauer in seiner aktuellen Videobotschaft davon spricht, dass die Lage diffus sei und niemand genau wisse, woher das komme, erklärt Michael Esken, dass in Verl die Infektionswege durchaus nachvollzogen werden können. 

Ein Infektionsherd liege bei einer Großfamilie mit 40 Mitgliedern. Nachdem das bekannt geworden sei, habe die Stadt eigene Maßnahmen eingeleitet und nicht auf das Kreisgesundheitsamt gewartet. Zeit sei ein wichtiger Faktor beim Unterbinden der Infektion. In der Helfgerd-Siedlung gibt es laut Michael Esken derzeit keine Auffälligkeiten. Dort werde turnusmäßig von mobilen Einsatzteams des Kreises kontrolliert. 

„Es gibt keine besonderen Einträge aus der Fleischindustrie.“ Also muss momentan auch nichts eingezäunt werden? „Doch Kaunitz“, sagt der Bürgermeister. Er macht einen Spaß, wird aber schnell wieder ernst. Der Verler Ortsteil sei ein Epizentrum. Der Grund: Zwei Drittel einer Reisegruppe hätten bei ihrer Rückkehr am 7. Oktober das Virus eingeschleppt. Infektionsketten aus der Gastronomie sieht Michael Esken nicht. „Gefühlt haben sich in dem Bereich nur wenige Menschen angesteckt.“ Die von den Gastronomen ausgearbeiteten Hygienekonzepte hätten Hand und Fuß. Und anders als in den Großstädten würden sich in Verl Gäste und Wirte auch daran halten. „Es wurden nur zwei Bußgelder verhängt“, so Esken.

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