Förderer finanzieren Liesborner Evangeliar

„Es ist wunderbar, dass das Werk zurückkehrt“ – Dr. Sandra Hindman, US-amerikanische Kunsthändlerin und Noch-Eigentümerin des etwa 1000 Jahre alten Liesborner Evangeliars, scheint ebenso erfreut zu sein wie Warendorfs Landrat: Denn was kann schöner sein, als dass ein Kunstwerk von nationaler Bedeutung nach langer Odyssee an seinen Ursprungsort zurückkehrt und öffentlich präsentiert wird?

Am Dienstag erläuterten beide im Warendorfer Kreishaus Hintergründe, Bedeutung und Entwicklungsgeschichte des spektakulären Ankaufs, über den am vergangenen Wochenende auf der Kunst- und Antiquitätenmesse Tefaf (Maastricht) grundsätzlich Einigkeit erzielt worden war. Wenn nun der Kreistag am 24. März seine Zustimmung gibt, wird die mittelalterliche Handschrift für knapp drei Millionen Euro den Besitzer wechseln – und vermutlich schon im April von einem Kurier „ausgeliefert“. Bis zum Sommer soll das Werk dann erstmals seit 2003 wieder öffentlich in der Region präsentiert werden. Und später wird das Evangeliar als Prunkstück dauerhaft im Museum Abtei Liesborn, seinem Ursprungsort, gezeigt. „Wer über das große Latinum verfügt, der kann noch immer gut darin lesen“, erklärte Gericke den guten Zustand des Evangeliars, das rund 800 Jahre, bis zur Auflösung des Klosters 1803 im Zuge der Säkularisierung, in Gottesdiensten in der Abteikirche genutzt wurde. „Man sieht, dass das Pergament auf den Seiten, die hohe Feiertage betreffen, etwas abgegriffener sind“, berichtete der Landrat über interessante Details (ausführlicher Bericht in der Mittwochausgabe der „Glocke“).

SOCIAL BOOKMARKS