Steigende Neuinfektionen sind Alarmsignal
Mit vier Impfstraßen in Ennigerloh auf dem Gelände der Abfallwirtschaftsgesellschaft sieht sich der Kreis Warendorf gut aufgestellt. Ab 1. März könnten wöchentlich 2640 Impfungen mit den Wirkstoffen von Biontech und Astrazeneca vorgenommen werden.

205 Neuinfektionen in einer Woche bezeichnete Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier am Freitag im Kreisausschuss als „recht hoch“. 38 Prozent der Neuinfizierten (105 Fälle) kommen aus Ahlen. Zweites Sorgenkind sind laut Klausmeier die Pflegeheime mit 22 Fällen (17 in Ahlen).

Auch Serum von Moderna wird verimpft

Seit dem Impfstart am 27. Dezember sind bis jetzt 2,67 Prozent der Bevölkerung immunisiert worden. Das Interesse bei den Über-80-Jährigen bezeichnete Klausmeier als sehr groß. Ab sofort werde in Ennigerloh auch das Serum von Moderna verabreicht, so an Menschen aus Tagespflegeeinrichtungen, Wohngemeinschaften und betreutem Wohnen.

Ab 8. März werde auch in Behinderteneinrichtungen geimpft. Aufgabe des Bundes sei es, die strenge Hierarchie bei der Impfordnung für die zweite Kategorie zu lockern, forderte Landrat Dr. Olaf Gericke. „Wir stehen Gewehr bei Fuß.“

Mit Testungen Dunkelziffer ermitteln

Oberstes Ziel müsse es weiter sein, durch Testungen die Dunkelziffer zu ermitteln. Es dürfe nicht sein, dass nicht mehr getestet werde, um eine 30er-Inzidenz für ein differenziertes Vorgehen mit Lockerungen zu erreichen. Die Gefahr, dass nicht mehr getestet werde, um niedrige Zahlen zu bekommen, sah auch SPD-Fraktionschef Dennis Kocker.

Sequenzierungen dauern zu lange

Sorgen machen dem Gesundheitsamt auch die Mutationen, die sich auch im Kreis Warendorf ausbreiten, wie Dr. Anna Arizzi Rusche berichtete. Das Problem sei, dass Ergebnisse von Sequenzierungen erst mit zeitlicher Verzögerung dem Gesundheitsamt mitgeteilt würden. So sei ein Mann in der zweiten Januar-Woche erkrankt gewesen, aber erst am Donnerstag habe man erfahren, dass es sich dabei um eine Infektion mit einer Mutante gehandelt habe.

Ab 1. März 2640 Impfungen wöchentlich möglich

Der Kreis habe sich mit einem gewissen Kontingent für Sequenzierungen beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe eingekauft, weil dort Ergebnisse schneller vorlägen. Ab 1. März könnten wöchentlich 2640 Impfungen mit Biontech und Astrazeneca in Ennigerloh an vier Impfstraßen vorgenommen werden.

Schnelltestungen flächendeckend anbieten

Froh sei man aber auch, wenn die Hausarztpraxen das Impfen mit übernehmen, sagte Brigitte Klausmeier. Große Hoffnungen setzt der Kreis in die angekündigten Schnelltestungen, wie sie in Ahlen bereits laufen. Man strebe ein flächendeckendes Angebot mit Ärzten, Apotheken und dem Schnelltestzentrum in Ahlen für den Kreis an.

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