Verbot in Niedersachsen gilt weiter
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In Cuxhaven dürfen Menschen aus den Kreisen Warendorf und Gütersloh auch nicht den Strand besuchen. Das teilte die Stadt am Freitag mit Blick auf das Infektionsgeschehen mit. Ausnahmen gibt es in einzelnen Fällen.
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In der Verordnung Niedersachsens wird auf „Inkubationszeit und die Meldeverzögerung“ verwiesen. „Die Landesregierung wird das (Neu-)Infektionsgeschehen insofern weiter sorgfältig beobachten. Die Verordnung wird dann entsprechend angepasst werden“, heißt es in der bisher gültigen Regelung.

Cuxhaven wendet Verbot auch auf Strand an

Mehrere Bundesländer hatten zuletzt Beherbergungsverbote für Menschen aus besonders vom Coronavirus betroffenen Kreisen erlassen. In der Verordnung aus Hannover werden namentlich die Kreise Gütersloh und Warendorf genannt.

Die Stadt Cuxhaven teilte am Freitag mit, dass sie das Verbot auch auf ihren Strand anwendet. Der Verwaltungsausschuss habe die örtliche Politik mit breiter Mehrheit aufgefordert, so den Tourismus aus den beiden nordrhein-westfälischen Landkreisen zu minimieren und die Ansteckungsgefahr zu senken. „Wer gegen die Strandverbote verstößt, muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen“, sagte Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD).

Das Beherbergungsverbot gelte außer für Hotels auch für Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Campingplätze. „Die Gesundheit aller – sowohl der Cuxhavener und auch der Gäste unserer Stadt – liegt uns sehr am Herzen. Auch liegen die Corona-Fallzahlen erfreulicherweise auf einem aktuell geringen Wert, sodass die Stadt Cuxhaven die Regelungen des Landes Niedersachsen unterstützt“, erklärt Santjer.

Ausnahmen: Anreise vor 11. Juni oder negativer Test

Ausgenommen von dem Beherbergungsverbot in Cuxhaven sind zum einen Personen aus den genannten Risikogebieten, die vor dem 11. Juni 2020 ihren Aufenthalt bereits begonnen haben, teilt die Stadt mit. Zum anderen sind es Gäste, die ein ärztliches Attest vorlegen können, dass sie negativ auf das Corona-Virus getestet wurden. Voraussetzung: Das Attest darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Urlaub in Bayern derzeit möglich

Reisen nach Bayern sind für Menschen aus dem Kreis Warendorf aktuell hingegen wieder möglich. „Wenn der maßgebliche Inzidenzwert unter 50 gefallen ist, dürfen Bürger aus dem betreffenden Landkreis von bayerischen Beherbergungsbetrieben wieder aufgenommen werden“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Freitag. „Sie dürfen dann auch unabhängig von der weiteren Entwicklung der Inzidenz bleiben. Maßgeblich ist insoweit der Zeitpunkt der Anreise.“

Sollte der Wert am Tag der Anreise wieder über 50 steigen, gälte erneut das Verbot. Betroffen sind laut der bayerischen Verordnung alle Kreise und kreisfreien Städte, in denen es binnen sieben Tagen mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gibt.

Hamburg, Saarland und Brandenburg erlassen Beherbergungsverbot

Das Saarland hat inzwischen ebenfalls ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Ab Montag dürften landesweit keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner kämen, teilte der Regierungssprecher in der Nacht zum Freitag mit. Der Beschluss sei bei einer Sondersitzung des saarländischen Ministerrates am Donnerstagabend gefallen. Die neue Regelung tritt am Montag, 29. Juni, in Kraft.

Am Freitag zog dann Brandenburg nach. Das Kabinett hat ebenfalls hat ein Verbot für die Unterbringung von Menschen aus Corona-Risikogebieten beschlossen.

Auch in Hamburg gilt ab kommender Woche ein Beherbergungsverbot. Eine entsprechende Änderung der Corona-Eindämmungsverordnung werde der Senat am Dienstag beschließen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Regelung tritt einen Tag später in Kraft. Dann dürfen Menschen, die aus Kommunen nach Hamburg kommen, in denen die von Bund und Ländern vereinbarte Höchstgrenze von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten ist, nicht mehr in der Stadt beherbergt werden. Ausgenommen seien Personen mit negativem Corona-Test.

Zugleich müssen sich Hamburger, die aus deutschen Corona-Hotspots heimkehren, dann bei den Behörden melden und in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben, solange sie nicht nachweisen können, nicht infiziert zu sein. Diese Regelung galt bisher ausschließlich für Einreisende aus dem Ausland, die sich zuvor zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen in einem vom Robert Koch-Institut (RKI) eingestuften Risikogebiet aufgehalten haben.

Im Kreis Warendorf ist die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage aktuell auf 47,9 gefallen. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Im Kreis Gütersloh liegt der Wert aktuell bei 177,7.

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