Ahlen: Rathausgegner werden aktiv
Bild: Lange
Daumen runter für den Paradebau: (v. l.) Markus Link und Volker Putze sprechen sich für einen Neubau des Rathauses in Ahlen aus. Bei Facebook rühren sie wenige Wochen vor dem Bürgerentscheid am 8. März 2020 die Werbetrommel.
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Aus der Bürgerschaft sind fast ausschließlich die Rathausfreunde medial präsent gewesen, die für ihr Bürgerbegehren Unterschriften gesammelt hatten. Das Ergebnis ist bekannt: Am Sonntag, 8. März, kommt es zum Bürgerentscheid.

„Neubau ist auf lange Sicht die bessere Lösung“

Markus Link (49) und Volker Putze (52) wollen möglichst viele Ahlener zur Teilnahme an der Abstimmung bewegen – mit dem Ziel, gegen den Erhalt des Paradebaus zu votieren. „Auf lange Sicht stehen wir mit einem Neubau besser da als mit einer Sanierung“, meint Putze.

Denn eine sanierte Immobilie werde nie dieselben ökologischen und energetischen Standards erfüllen wie ein Neubau. Kennengelernt haben sich Putze und Link in den sozialen Netzwerken, in denen sie ihre Meinung als Rathausgegner in verschiedenen Gruppen äußerten. „Jetzt ist es an der Zeit, aktiv zu werden“, begründet Link das Engagement, das innerhalb von zwölf Stunden mehr als 150 Befürworter gefunden hat.

Rathausfreunde sind „Kosten verursachende Blockierer“

„Ich bin enttäuscht, dass vor allem die Politiker die Füße still gehalten haben“, hätte sich Link mehr Initiative aus dem Rat gewünscht. Die Rathausfreunde sieht er als Kosten verursachende Blockierer. „Der Bürgerentscheid kostet 55.000 Euro“, sagt er. „Dieses Geld hätte man auch anders investieren können.“

„Es tropft von der Decke“

Über den Zustand des Rathauses hat sich Link vor Ort informiert. „Die reinste Ruine“, meint er. „Es tropft von der Decke, zwei Etagen sind nicht mehr nutzbar, und Betonpfeiler in den Büros lassen keine vernünftige Raumplanung zu.“

Verwaltungsmitarbeiter geben eindeutiges Votum ab

Mehr als 95 Prozent der Verwaltungsmitarbeiter wünschten sich einen Neubau, für den sich auch der Rat mehrheitlich ausgesprochen habe. Der Paradebau ist in den Augen von Putze und Link über. „So ein großes Rathaus brauchen wir gar nicht“, sind sie sich sicher. Ihre Argumente und Gedankenspiele wollen sie mehrmals pro Woche bei Facebook veröffentlichen.

Warum nicht eine größere Stadthalle?

Auch die Stadthalle spielt dabei eine Rolle. „Wir sind die größte Stadt im Kreis Warendorf, uns würde eine größere Halle gut zu Gesicht stehen“, meint Link. So wäre es vielleicht möglich, noch größere Veranstaltungen und Künstler in die Wersestadt zu holen. Und auch die Vereine könnten das Gebäude nutzen – „jetzt, wo Kolping- und Kettelerhaus nicht mehr da sind.“

Mehr im „AT“ vom 14. Januar 2020

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