Ahlener setzen Zeichen gegen Rassismus
Bild: Knöpker
Für die Opfer des Anschlages von Hanau entzündeten die Teilnehmer einer Mahnwache am Freitagabend Kerzen auf dem Marienplatz in Ahlen.
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Mehr als 200 Bürger, Vertreter von Rat und Verwaltung, der Kirchen und Wohlfahrtsverbände, des Integrationsrates und der Religionsgemeinschaften waren der Einladung des Ahlener Appells gefolgt und hatten sich mit Grablichtern auf dem Marienplatz zu einer Solidaritätsversammlung eingefunden.

Entschieden eintreten gegen Rassismus und Fremndenfeindlichkeit

Friedrich Löper vom Forum Brüderlichkeit hatte Stadtpfarrer Dr. Ludger Kaulig gebeten, neunmal die Glocken läuten zu lassen als Zeichen des Aufrufs zum gemeinsamen Gebet. „Wir haben uns hier versammelt, um zu trauern, auch um ein Zeichen zu setzen für die Solidarität mit den Angehörigen. Wir wollen entschieden eintreten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“, sagte Bürgermeister Dr. Alexander Berger.

„Wir lassen unsere Gesellschaft nicht spalten, wir setzen mit unseren Lichtern ein Zeichen.“ Was in Hanau passiert sei, könne überall passieren, machte er deutlich, dass Rassismus in der Gesellschaft angekommen sei. Als Quelle allen Übels nannte er Hassparolen im Internet, die labile Menschen zu solchen Taten anstiften könnten.

Trauer und Mitgefühl für Familien und Angehörige

Als stellvertretender Vorsitzender des Integrationsrates äußerte sich Bernd Meiwes bestürzt über den rassistisch motivierten Anschlag in Hanau. „Den Familien und Angehörigen gelten unsere Trauer und unser Mitgefühl“, sagte er. Seit 55 Jahren gebe es Migranten in Deutschland, es seien Arbeitskollegen und Nachbarn, die in Ahlen friedlich zusammen leben. „Ahlen ist und soll bunt bleiben“, fand er deutliche Worte. Die Teilnehmer stellten Kerzen auf der Mauer und zu einem Herz zusammen.

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