Alles eine Nummer kleiner
Stadt Ahlen
Das Mammut findet nach intensiver Suche zurück ins Rathaus: Das Programm der eingeschränkten Ferienbetreuung stellten (v.l.) Ulla Woltering, Markus Beckmann, Anna Baumeister und Bürgermeister Dr. Alexander Berger vor.
Stadt Ahlen

Auf digitale Mammutjagd können sich in den Sommerferien Ahlener Schulkinder mit der städtischen Ferienbetreuung begeben. Zugleich gibt es an vier Standorten dezentrale Angebote für Kinder im Grundschulalter und auch die Jugendzentren öffnen wieder. Auf diesen drei Säulen ruht das Konzept, das in diesem Jahr bewusst nicht als Ferienspiel tituliert wird. Aufgrund vieler coronabedingter Einschränkungen firmiert es schlicht als Ferienbetreuung der Stadt Ahlen. Anmeldungen sind ab dem 2. Juni möglich. Bürgermeister Dr. Alexander Berger und das Orga-Team aus dem Jugendamt haben das Angebot jetzt vorgestellt. Während der beiden ersten Ferienwochen (29. Juni bis 10. Juli) bietet die Stadt 120 betreute Plätze für Kinder der Eltern, die die Kriterien für die Inanspruchnahme schulischer Notbetreuungsangebote erfüllen.

Großes Betreuer-Engagement

„Mammutspiele und Mammutstadt waren während der Ferien immer Magnete für Hunderte von Kindern“, erinnert Berger an vergangene Bilder von quirligen „Mammutianern“, die den Sportpark Nord oder das Gelände des Juk-Hauses bevölkerten. Es bedrücke ihn sehr, dass in den kommenden Ferien alles eine Nummer kleiner ausfallen müsse, zumal die letzten Wochen schon von Verzicht und reduzierten Kontakten bestimmt waren. Räumliche und hygienische Bedingungen erlaubten in diesem Jahr leider nur ein abgespecktes Programm. „Dafür wird das Engagement der Betreuer so groß sein wie immer“, verspricht das Stadtoberhaupt. 30 bis 40 werden es sein, die an Barbaraschule, Mammutschule, Martinschule und Don-Bosco-Schule die dezentral eingerichteten Betreuungsorte bespielen. Gruppenleiterin Anna Baumeister freut sich auf die Unterstützung durch ein eingespieltes Team: „Alles bekannte Gesichter aus den früheren Ferienspielen.“

Jeweils 25 bis 30 Kinder können pro Standort betreut werden, ihnen stehen ohne Einschränkung auch die Außenspielflächen der Schulen zur Verfügung. „Gegenseitige Besuche können wir aus hygienischen Gründen leider nicht ermöglichen“, bedauert Markus Beckmann vom Orga-Team. Zum Austausch unter den Betreuungsgruppen soll es aber dennoch kommen, nämlich auf digitalem Wege. „Wie das genau funktioniert, daran arbeiten wir zurzeit noch.“

Dass die Betreuung nicht den Standard früherer Ferienspiele haben kann, zeigt der Verzicht auf beliebte Programmpunkte: Nicht machbar sind in diesem Jahr Ausflüge in Zoos oder Ferienparks, auch die Abstecher ins Freibad fallen ins Wasser, genauso wie der Bring- und Abholdienst mit Bussen. Eltern müssen selbst dafür sorgen, dass ihre Kinder morgens den Schulstandort erreichen und am Nachmittag nach Hause kommen. Von 8 bis 16 Uhr reicht die tägliche Betreuungszeit. In der Betreuungsgebühr, die pro Kind 50 Euro für zwei Wochen beträgt, ist ein Lunchpaket am Mittag enthalten, das morgendliche Frühstück ist mitzubringen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, für nur eine Woche die Betreuung zu buchen (25 Euro).

Digital können sich während der zweiwöchigen Ferienbetreuung auch die Kinder beteiligen, die nicht zum teilnahmeberechtigten Kreis der stationären Ferienbetreuung zählen. Der rote Faden ist eine spannende Geschichte um das Wahrzeichen von Ferienbetreuung und Ferienspiel: Das Mammut ist verschwunden und kann nur mit tatkräftiger Hilfe aller Ahlener Kinder wiedergefunden werden.

Digital gestellte Aufgaben

„Die Kinder können sich auf der städtischen Internetseite www.mammutstadt.de in einem internen Bereich einloggen, um bestimmte digital gestellte Aufgaben zu erfüllen“, erklärt Anna Baumeister das Spielprinzip. Da begegnen die Kinder auch bekannten Elementen aus früheren Ferienspielen. Markus Beckmann zählt auf: „Das sind die tägliche Begrüßung, das Warm Up mit Tobi und Miri, Abschlussaktionen zum Tagesende und noch einiges mehr.“ Betreut wird das im Juk-Haus produzierte Angebot von einem mehrköpfigen Team.

Auch in die städtischen Jugendzentren kehrt nach der Corona-Zwangspause allmählich das Leben zurück. „Damit bekommen wir wieder persönlichen Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen, was sehr wichtig ist“, betont Fachbereichsleiterin Ulla Woltering. In der Zwischenzeit haben eine gut angenommene Telefonhotline und Internetaktionen dafür gesorgt, dass der Draht nicht abriss. Ab dem 2. Juni sollen die Einrichtungen wieder schrittweise und unter zwingend erforderlichen hygienischen Regeln von Dienstag bis Freitag zwischen 16 und 20 Uhr (Juk-Haus auch am Samstag) geöffnet werden. „Einfach in den Gebäuden herumlaufen, wird nicht gehen“, schränkt Markus Beckmann die Hoffnung auf sofortige Rückkehr alter Zeiten ein wenig ein. Die Personenzahl ist begrenzt, so dass nur mit vorheriger Anmeldung per Telefon (JZ Ost 6 08 78, Juk-Haus 6 01 46) Zutritt zu bestimmten Angeboten besteht. Die Jugendzentren wenden sich an Jugendliche zwischenzwölf und 18 Jahren, auch in den Ferien. Schrittweise folgen sollen die Jugendräume Dolberg und Vorhelm.

SOCIAL BOOKMARKS