Grüne lehnen SPD-Kandidat Huerkamp ab
Bild: Kessing
Die Grünen mit Petra Pähler-Paul und Dieter Bröer wollen den SPD-Bürgermeisterkandidaten Hermann Huerkamp nicht unterstützen, weil er sie nicht überzeugt habe.
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Das haben Petra Pähler-Paul und Dieter Bröer am Mittwoch mitgeteilt. Bündnis 90/Die Grünen wollen sich stattdessen auf einen guten Wahlkampf – auch mit neuen Leuten – konzentrieren, um im neuen Kommunalparlament eine möglichst starke Fraktion zu werden.

Zu starke inhaltliche Differenzen

Es bestünden zu starke inhaltliche Differenzen „mit der rückwärts gewandten, ganz alten Ahlener SPD“. Hermann Huerkamp und SPD-Vorsitzender Sebastian Richter hätten sich zweieinhalb Stunden den Fragen der Grünen gestellt.

„Die Antworten waren nicht ausreichend“, stellte Fraktionschefin Pähler-Paul fest. Bei beiden SPD-Gästen sei ein großes Unbehagen spürbar gewesen, so intensiv befragt zu werden.

Zu viel Allgemeinplätze

„Hermann Huerkamp hat aus unserer Sicht Nachholbedarf in Sach- und Fachkunde“, berichtete Dieter Bröer. Der Kandidat habe mehr Allgemeinplätze von sich gegeben, anstatt auf grüne Themen einzugehen.

Zum Beispiel eine Straffung bei den Akteuren der Wirtschaftsförderung: Huerkamp fände es gut, dass es viele Kümmerer gebe. Das sähen die Grünen jedoch entschieden anders.

Pähler-Paul: Blauäugigkeit

Auch bei der Vermarktung der Lohnhalle sei der SPD-Kandidat in der Vergangenheit Fehleinschätzungen unterlegen, wirft Pähler-Paul Huerkamp eine gewisse Blauäugigkeit vor.

Schlechte Erfahrungen in Vergangenheit

Die Grünen hätten überdies in der Vergangenheit mit der Unterstützung von drei Bürgermeister-Anwärter schlechte Erfahrungen gemacht. Denn daraus habe sich keine inhaltliche und strategische Zusammenarbeit ergeben, so Pähler-Paul.

Kein Vertrauen zur SPD

Im Gegenteil: Bei der Osttangente seien die Grünen sogar von der SPD in die Pfanne gehauen worden. Sie erinnerte auch an die Machtspielchen der SPD bei der Schaffung einer zweiten Beigeordnetenstelle für Kultur und Soziales. „Vertrauen bildet sich aus der Vergangenheit“, stellte Pähler-Paul fest.

Kein Druchsetzungsvermögen

Sie sehe keinen Anlass, der SPD ein viertes Mal einen Vertrauensvorschuss zu geben. Außerdem haben sie Zweifel daran, dass Huerkamp – ähnlich wie Bürgermeister Dr. Alexander Berger – es schwer haben würde, eine abweichende Haltung gegenüber der ihn unterstützenden Partei durchzusetzen.

Lesen Sie mehr zur Haltung der Grünen in der Rathaus-Frage im „AT“ vom 13. Februar.

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