Karnevalisten tragen Bacchus zu Grabe
Bild: Otto
Groß war die Beteiligung an der symbolischen Verbrennung von Bacchus, dem Narrenmaskottchen in Ahlen. Jetzt ist die Session 2019/2020 vorbei.
Bild: Otto

Zu Beginn begrüßte Dominik „Isi“ Isermann die versammelte Trauergemeinde und dankte allen Gesellschaften für ihr närrisches Engagement.

Witwe verdrückt einige Tränen

Während am offenen Sarg die Delegationen abwechselnd die Totenwache hielten, schritt die ganz in schwarz gekleidete trauernde Witwe, auch bekannt als „Bus-Michel“, an Bacchus’ Seite und verdrückte, theatralisch schluchzend, einige Tränen.

„Pastor“ Carlo Wilk hob zu einer Trauerrede an und ließ das kurze Leben des im Sarge liegenden Narrenpatrons Revue passieren. Bacchus sei der Sündenbock für alle Verfehlungen während der fünften Jahreszeit. Doch mit seiner Verbrennung werde jeder Karnevalist gereinigt. Ihm würden alle Sünden dieser tollen Tage vergeben.

Abschied von Bacchus nahmen in Ahlen (v. l.) Michael Rogmann, Kai Roß, die trauernde Witwe und „Pastor“ Carlo Wilk.

„So können wir dann frohgemut nach Hause gehen“, meinte der närrische Seelsorger wohl auch schon in die Zukunft blickend.

Wilk: Karneval lebt vom Miteinander

Denn am Elften im Elften gehe das Spielchen von neuem los. Allerdings redete Wilk – wie schon im Vorjahr – den Narren ins Gewissen: Karneval könne nur im Miteinander gut funktionieren. Er lebe vom Mitmachen, nicht vom Schlechtmachen. Dabei nahm Wilk sich sogar selbst in die Pflicht und meinte vielsagend: „Ich werde für mich künftig eine Geschwindigkeitsbremse zwischen Gedanken und Aussprechen legen.“

Sündiger Trunkenbold geht in Flammen auf

Den Karneval an sich bezeichnete er als eine dynamische Zeit, die es zu bewahren und zu bestärken gelte – besonders im Interesse des närrischen Nachwuchses. So zum Nachdenken angeregt, zog die Trauergesellschaft unter Führung der Musikkapelle Happy Trumpets zum letzten Gang vor den Hof Münsterland, wo bereits die „Bestatter“ mit ihren Feuerzeugen darauf warteten, den sündigen Trunkenbold einzuäschern.

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