Über Kunst ins Gespräch kommen
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Manfred Brückner und Andreas Magera schätzen sich gegenseitig.
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Sie kennen sich schon lange: Manfred Brückner und Andreas Magera. Und schätzen sich. Aber für die erste gemeinsame Ausstellung, die am morgigen Samstag, 15. August, geöffnet ist, nahmen sie lange Anlauf. Unter dem Titel „Magera trifft Brückner“ präsentieren die beiden auf 250 Qua­dratmetern in ehemaligen Firmenräumen an der Bessemer Straße 5 Skulpturen und Arbeiten auf Papier.

Werke aus 20 Jahren

Die Werke, die Manfred Brückner zeigt, umfassen einen Zeitraum von rund 20 Jahren. Eine zentrale Rolle nehmen dabei die fünf Arbeiten aus dem Zyklus Hommage to Kurt Cobain „twenty seven“ aus dem Jahr 2007 ein, die der Künstler mit einem Koffer und einer Kabeltrommel als Bodeninstallation angereichert hat.

Auf die Porträts des im Alter von 27 Jahren verstorbenen US-amerikanischen Rockmusikers reagiert Andreas Magera mit einer Engeldarstellung. Ansonsten wirkt die Leere in dem fast im Rohzustand belassenen Raum, der mit der Musik Cobains und dessen Band Nirvana im Hintergrund eine meditative Ausstrahlung entwickelt.

Die Verbindung von Kunst und Musik gehört zur DNA Manfred Brückners genauso wie seine Überzeugung, Menschen über die Kunst in einen Dialog zu bringen. Dieses Leitmotiv hat Andreas Magera mit einer beleuchteten Plastik „Raum für Dialog“ aufgenommen, die in einem fensterlosen dunklen Raum die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Der Corona-Lockdown im Frühjahr hatte die Planungen Andreas Mageras über den Haufen geworfen: „Märkte, Ausstellungen, Workshops und Seminare wurden reihenweise abgesagt“, erklärt der 37-Jährige., Deshalb habe er mehr Zeit für die Umsetzung seiner künstlerischen Ideen gehabt. Das Ergebnis sind eine Handvoll neuer Plastiken wie der Corona-Mann oder der Holzbalken, den Andreas Magera in einem alten Bauernhaus fand. Der begeisterte ihn so, dass er ihn Bronze gießen ließ und nunmehr auf einer Stele als Sockel präsentiert.

Von Batman zum „Bettman“

Es schwingt auch eine Portion Humor mit, wenn Andreas Magera eine figurative Darstellung, die der Comicfigur Batman nachempfunden ist, auf eine Bettsprungfeder setzt und ihr den Titel „Bettman“ gibt. Oder beim Mann aus Bronze, der sich verzweifelt an die oberste Stufe einer Treppe klammert, die seine Karriereleiter gewesen sein könnte und auf der er den berühmten Schritt zu weit gegangen ist. Dass der Steinmetz auch Farbe kann, zeigt er in einer aus Gips modellierten Vier-Personen-Gruppe, von der er eine Dreier-auflage plant.

Neben früheren Bildwerken, zu denen auch zwei Papierarbeiten gehören, die Manfred Brückner im Eingangs- und Schauraum vorstellt, sind zwei Arbeiten aus einem Zyklus zu sehen, die er für die diesjährige Themenausstellung des Kreiskunstvereins Beckum-Warendorf geschaffen hat. Bedingt durch die Umbaupläne im Museum Abtei Liesborn ist die Ausstellung in die Galerie Münsterland in Emsdetten verlegt worden. „Aktueller kann ein Thema nicht sein“, sagt Manfred Brückner über die Vorgabe „erdenschwer und federleicht“. Er selbst zeigt zwei Arbeiten, die das Motto malerisch aufnehmen.

Keine offizielle Eröffnung

„Wir verzichten am Samstag wegen der besonderen Umstände auf eine offizielle Eröffnung“, kündigt Manfred Brückner an. Die Ausstellung ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Auch mittwochs ist die Ausstellung in den kommenden Wochen geöffnet – und zwar von 17 bis 19 Uhr. Danach soll der Dialog zwischen dem Bildhauer und dem Maler andernorts in Ahlen fortgesetzt werden.

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