Drei neue Bestattungsmöglichkeiten
Bild: Wille
Gestalten gemeinsam den evangelischen Friedhof in Neubeckum um: (v. l.) Gemeindesekräterin Claudia Zinta, Pfarrer Hendrik Meisel, Ludger Wille vom Gartenbaubetrieb Wille und Pfarrer Detlef Rudzio.
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Die drei Stelen des neuen Kolumbariums, die am Dienstag aufgestellt worden sind, bestehen aus Naturstein. Jeweils zwei Urnen finden in den 30 Fächern Platz, sodass 60 Verstorbene dort ihre letzte Ruhestätte finden können. Auch die zwölf Bäume bieten für 60 Urnen Platz, da an jedem Baum jeweils fünf Urnen untergebracht werden können.

Keine anonymen Bestattungen

Pfarrer Hendrik Meisel betont, dass es in der evangelischen Kirchengemeinde keine anonymen Bestattungen gibt. „Jeder Mensch verdient es, erinnert zu werden“, betont er. Daher erhalte jeder Verstorbene an seiner Grabstelle eine Edelstahlplakette, auf der Name sowie Geburts- und Sterbejahr vermerkt sind. Diese Plaketten werden am Baum angebracht. Die Hügelgräber, die derzeit noch fertiggestellt werden, bieten Platz für 80 Urnen und sechs Särge. Meisel betont: „Auf unserem Friedhof wird jeder beerdigt – unabhängig von seiner Konfession oder Religion.“ Auch Konfessionslose fänden hier ihre letzte Ruhestätte, erklärt er.

Umgestaltung kostet 75 000 Euro

Für die Umgestaltung wird viel Geld in die Hand genommen, etwa 75 000 Euro wird sie kosten. Bei der Umstrukturierung des naturnahen Friedhofs habe man großen Wert darauf gelegt, dass alles „so ökologisch und nachhaltig wie möglich“ umgesetzt werde, betont Meisel. Den Organisatoren ist eines dabei besonders wichtig: „Lange Transportwege und Kinderarbeit sind damit ausgeschlossen“, erklärt Meisel. Mit dem Angebot neuer Grabformen reagiert die evangelische Kirchengemeinde Neubeckum auf einen Trend, der sich schon seit vielen Jahren abzeichnet. „In den 1970er-Jahren gab es noch zu 90 Prozent Sargbestattungen, heute werden nur noch 20 bis 30 Prozent der Verstorbenen in einem Sarg beerdigt“, erklärt der Pfarrer.

Ablegen von Dekoration ist nicht erlaubt

Auch die Möglichkeit eines pflegefreien Grabs sei immer häufiger gefragt. An allen drei neu angelegten Grabstätten ist keine Pflege durch die Angehörigen notwendig. Das bedeute aber auch, dass das Ablegen von Grabschmuck untersagt ist. Für das Abstellen von Kerzen, Kränzen und weiteren Dekorationen wird jeweils unweit der Grabstelle eine Fläche ausgewiesen, die für diese Ablagen gedacht ist. Außerdem werden der Eingangsbereich des Friedhofs neu gestaltet, Bänke ausgetauscht und viele neue Bepflanzungen vorgenommen.

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