„Es reicht uns hier in Vellern“
Foto: Wille
Wehren sich insbesondere gegen die beiden Windkraftanlagen, die die Firma „BayWa“ nah an Velerner Wohngebieten bauen will: (v. l.) Claudia Utz, Reinhild schmiedet, Nicole Brinkschröder, Jochen Feichtinger und Ludger Schweck. Die Gruppe hat sich vor längerer Zeit zur Initiative „Gegenwind Vellern“ formiert.
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 Sollte der Bauantrag gestellt werden, will die Gruppe sich gegen die Planungen wehren. „Wir haben uns lediglich gegen die vorderen beiden Anlagen gestemmt“, betont Ludger Schweck im Gespräch mit der „Glocke“. Denn diese beiden Windräder stünden zu nah am Dorf, die Beeinträchtigung der Bewohner sei dadurch viel zu hoch, erklärt die Initiative. „Wir brauchen regenerative Energien. Aber es ist wichtig, dass man uns nicht zu stark bedrängt“, erklärt Schweck. 

Fünf statt vier Anlagen geplant

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gruppe mit aller Kraft versucht, das Projekt der „BayWa“ zu kippen, hatte Unterschriften gesammelt und Landrat Dr. Olaf Gericke übergeben. Zu dieser Zeit war das Genehmigungsverfahren noch nicht durch. Als die „BayWa“ kürzlich ihren Antrag beim Kreis zurückzog („Die Glocke“ berichtete), war die Freude zunächst groß. Doch dann kam der Dämpfer: Der Projektierer erklärte, nun einen neuen Antrag stellen zu wollen, und zwar für fünf Anlagen. 

Gruppe fordert Gerechtigkeit

Was genau der neue Antrag der „BayWa“ beinhaltet, ist derzeit noch unklar. Fest steht für die Initiative aber, dass wenn die vorderen, wohngebietsnahen Räder wie ursprünglich geplant realisiert werden sollten, sie zum Gegenwind aufrufen wird. Was der Gruppe wichtig sei, sei die Verhältnismäßigkeit, erklären die Mitglieder. Vellern sei mit den nun neun Windrädern, von denen zwei schon die großen Repowering-Varianten darstellen, schon genügend belastet, sagen die Mitglieder. Sie betonen aber auch, dass sie nicht grundsätzlich gegen Windenergie seien. „Wir wollen Verhältnismäßigkeit und Gerechtigkeit“, betont Ludger Schweck. So sei seiner Meinung nach zu prüfen, sofern die Stadt Beckum etwas in puncto Windenergie tun müsse, ob nicht andere Standorte, beispielsweise im Beckumer Süden, in Frage kämen. 

Flächen nicht als Windenergiebereiche definiert

Was die Gruppe stutzig macht, ist die Tatsache, dass im Regionalplan Münsterland die von der „BayWa“ für Windkraft favorisierten Flächen in Vellern nicht als Windenergiebereiche definiert sind. Claudia Utz hat bereits einen Anwalt eingeschaltet. „Wofür gibt es einen solchen Plan denn dann?“, fragt sie. Sollte die Firma „BayWa“ dort weiterhin bauen wollen, will die Gruppe, die sich des Rückhalts der Dorfbewohner sicher ist, lauter werden. „Es kann nicht sein, dass niemand akzeptiert, dass fast das ganze Dorf dagegen ist“, erklärt Jochen Feichtinger.

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