Gerdhenrich siegt, Strothmann abgewählt
Foto: Biefang
Mit hauchdünnem Vorsprung setzte sich Michael Gerdhenrich (links) gegen Amtsinhaber Dr. Karl-Uwe Strothmann in Beckum durch.
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Vorausgegangen war der Entscheidung eine wahre Zitterpartie für die beiden Bewerber um den Chefsessel: Beim Stand von 49,22 zu 50,78 Prozent nach 30 von 38 ausgezählten Stimmbezirken stoppte der Informationsfluss für eine habe Stunde. Anwärter wie Zuschauer wurden bei der Ergebnispräsentation in der Aula des Berufskollegs lange auf die Folter gespannt, bevor der Jubel bei den Anhängern von SPD und Grünen losbrach, die ihren Kandidaten mit „Michael, Michael“-Rufen lautstark feierten. 

Der zeigte sich am Ende überglücklich darüber, dass er sich mit 50,71 Prozent der Wählerstimmen durchsetzen konnte: „Ich bin überwältigt. Wahnsinn!“, kommentierte der 35-Jährige, der nach eigenem Bekunden viel Zuspruch in der Endphase des Wahlkampf erfahren und Wechselstimmung wahrgenommen hat. Dr. Karl-Uwe Strothmann war einer der ersten Gratulanten bei dem Wahlsieger. „Ich gratuliere Herrn Gerdhenrich und wünsche ihm eine gute Hand“, sagte Strothmann. Er selbst habe keine Einschätzung über den Ausgang der Wahl gehabt, akzeptiere aber selbstverständlich die demokratische Entscheidung. 

Die politischen Verhältnisse im neuen 38-köpfigen Stadtrat, dem Michael Gerdhenrich vorsitzen wird, gestalten sich spannend. Wie bereits im alten Rat erringt die CDU mit einem Resultat von 37,42 Prozent 14 Sitze und wird damit stärkste Fraktion. Die SPD büßt mit ihrem gegenüber 2014 verschlechterten Wahlergebnis von 32,46 Prozent zwei Sitze ein und kommt auf zwölf Mandate. Ordentlich zulegen können die Grünen, die mit 17,3 Prozent sieben Sitze erhalten. Die FWG erhält mit 7,5 Prozent drei und die FDP mit einem Resultat von 5,35 Prozent ebenso wie vor sechs Jahren zwei Mandate. Damit entfallen auf Rot-Grün 19 Sitze – die gleiche Zahl, die die drei anderen Fraktionen erhalten. Im Zweifelsfall ausschlaggebend kann damit die Bürgermeister-Stimme sein, also die des rot-grünen Wunschkandidaten. Der hat allerdings im Wahlkampf als Parteiloser stets seine Unabhängigkeit betont. Zwölf der 19 zu vergebenden Direktmandate konnte die CDU gewinnen, die übrigen sieben gingen an Wahlkreiskandidaten SPD.

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