Gesamtschule sagt auch Neubeckumern ab
Deutliche Konturen hat der neue Trakt der Gesamtschule an der Turmstraße bereits angenommen.

Denn von 121 am Standort Neubeckum angemeldeten Kindern konnten nur 87 aufgenommen werden. Und die Wohnortnähe war dabei kein Kriterium. Vielmehr, so erklärte Greiwe in der Gesamtschul-Zweckverbandssitzung, am Mittwoch, fanden bei der Entscheidung über Zusagen zunächst drei Härtefälle Berücksichtigung. In zweiter Linie wurde danach geschaut, aus welcher Familie bereits Geschwisterkinder in Neubeckum die Gesamtschule besuchen. Bei den verbleibenden angemeldeten Kindern wurde dann der Leistungsmaßstab angewandt, indem die Mädchen und Jungen nach Zensurendurchschnitt in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Ein übliches Verfahren, wie die Schulleiterin im Ausschuss betonte.

Sie räumte ein, dass die Absagen bei manchen Neubeckumer Familien auf Unverständnis gestoßen sind. Künftig, so kündigte sie an, soll jedoch das Thema Geschwisterkinder keine Rolle mehr bei der Vergabe von Plätzen spielen. Denn je größer die Schule werde, umso mehr steige auch die Zahl von Kindern, die bereits Brüder oder Schwerstern in der Schülerschaft haben. Das führe zu Ungerechtigkeiten bei der Auswahl.

Eins, so machte Ennigerlohs Bürgermeister Berthold Lülf in seiner Eigenschaft als Verbandsvorsteher während der Versammlung sehr deutlich, kommt jedoch nicht in Frage, um einen künftigen Überhang zu vermeiden: die Erweiterung der Zügigkeit. In Ennigerloh steuere man auf eine regelmäßige Vierzügigkeit zu. In Neubeckum seien drei Eingangsklassen pro Jahrgang genehmigt. Und dabei soll es laut Lülf auch bleiben, weil jede andere Lösung den Träger, sprich: den Zweckverband der beiden Nachbarstädte Beckum und Ennigerloh, in Schulraumfragen überfordern würde.

Während die Aufnahme von Schülern in Neubeckum Diskussionsstoff liefert, macht die Errichtung des neuen Gebäudetrakts an der Turmstraße sichtliche Fortschritte. „Wir liegen voll im Zeitplan und besichtigen das Objekt dauernd“, berichtete Schulleiterin Ellen Greiwe im Gespräch mit der „Glocke“. Auch Beckums Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann hatte sich kürzlich überzeugt gezeigt, dass das neue Schulhaus wie geplant zum kommenden Schuljahr bezugsreif sein wird.

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