Großfotos verschönern Bahnhofstunnel
Foto: Clauser
Willkommen im Zementrevier: Die Stirnseite des Tunnels ziert die Aufnahme eines Steinbruchs. Am Projekt waren (v. l.) Dieter Gailus (Stadt Beckum), Wolfgang Immig, Bahnhofsmanager Martin Nowosad, Bürgermeister Dr. Karl-Uewe Strothmann und Maria Hackmann (Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe) beteiligt.
Foto: Clauser

Darüber prangt als Freis eine 74 Meter lange Stadtsilhouette in Schwarz-Weiß. Die von dem Beckumer Werbefachmann Wolfgang Immig entworfene und realisierte Ausgestaltung des ansonsten nüchternen Tunnels war im Wortsinne der Hingucker bei einem kleinen Festakt gestern an der Bahnstation. Denn deren Umgestaltung ist nach fünfeinhalb Jahren Bauzeit abgeschlossen.

„Ich mache keinen Hehl daraus: Wir wollten deutlich eher fertig sein“, erklärte Martin Nowosad, Leiter des Bahnhofsmanagement Bielefeld und damit auch Neubeckumer Stationschef, vor Gästen aus Kommunalpolitik und Verwaltung. Diebstähle, Planungspannen, Wassereinbrüche und Akte von Vandalismus waren laut Nowosad Gründe für immer wieder neue Terminverschiebungen.

Schleppende Fertigstellung der Personenaufzüge

Eine Quelle fortwährenden Ärgers war die schleppende Fertigstellung der Personenaufzüge, wie Nowosad, aber auch Maria Hackmann von der Abteilung Infrastrukturförderung des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe beklagten. Nowosad bekannte, dass er zur Herstellung der Barrierefreiheit lieber Rampen als beschädigungsanfällige Lifte gebaut hätte. Dies sei jedoch aufgrund baulicher Gegebenheiten nicht möglich gewesen.

Der phasenweise massiv verärgerten Kundschaft gegenüber habe die Bahn etwas Wiedergutmachung leisten wollen, erklärte der Bahnhofsmanager. Der Fahrkartenautomat vor dem Tunneleingang erhielt ein Wetter-Schutzdach. Und die von Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann aus Bielefeld mitgebrachte Idee zur Gestaltung des Bahnhofstunnels wurde aufgegriffen. 15.000 Euro investierte die Bahn in die Verschönerung der Anlage mit Fotos und Grafiken aus dem Haus Creativ-Werbung. Mit der Ausführung zeigte sich Nowosad mehr als zufrieden und stellte Firmenchef Immig weitere Aufträge in Aussicht.

Immig zeichnete das Projekt von der Idee bis zur Umsetzung nach. Nach seiner eigenen Recherche, so erklärte er, prangt nun „die wohl längste Stadt-Skyline der Welt“ an der Tunnelwand. Beckumer und Gäste forderte er auf, originelle Details vom Kater Rumskedi bis zur Hunde-Skulptur in der Grafik wiederzuentdecken und die Graffiti abweisenden Großfotos auf sich wirken zu lassen.

SOCIAL BOOKMARKS