Davidstern gegen das Vergessen
Bild: Manouras
Ein riesiger Davidstern hängt seit einigen Wochen in der katholischen Kirche in Beelen. Reaktionen aus der Gemeinde hat es darauf bislang nur eine gegeben.
Bild: Manouras

Das ist noch heute im Gotteshaus St. Johannes Baptist zu sehen. Ein riesiger Davidstern hängt sein Ende November hinter dem Altar.

Angefertigt aus unbehandeltem Holz und von Happe in Auftrag gegeben, rahmt der Stern das Kreuz mit der Jesufigur, das über dem Altar hängt, ein.

Dass das Symbol des Judentums sehr gut in ein katholisches Gotteshaus passt, erklärt Happe mit der Interpretation des Hexagramms: Es besteht aus zwei gleichschenkligen Dreiecken, die unter anderem die Beziehung des Menschen zu Gott symbolisieren. „Nicht nur der Mensch wendet sich zu Gott, sondern auch Gott zu den Menschen“, sagt Happe. Zudem sollen die zwölf Ecken des Sterns die Zwölf Stämme Israels darstellen. Außerdem stehen die sechs Dreiecke für die sechs Schöpfungstage und das große Sechseck in der Mitte für den siebenten Tag, den Ruhetag.

Warum Happe den Davidstern hat anbringen lassen? „Weil mich die Problematik in Halle lange beschäftigt hat“, sagt der Geistliche, der nach dem Motto „wehret den Anfängen“ handelt. „Ich habe Angst, dass die Gräueltaten der Vergangenheit wiederholt werden.“ An die belastete deutsche Vergangenheit soll unter anderem der Stern erinnern, „unser kleiner siebenarmiger Leuchter, die Menora, reichte mir als Symbol nicht aus“.

Deshalb hat er sich für die Anfertigung eines großen Davidsterns entschieden. Zudem habe er in Gottesdiensten gepredigt und eine Kippa getragen, die traditionelle Kopfbedeckung männlicher Juden.

Ganz offen bekennt Happe: „Ich habe Probleme mit Rassisten und Menschen, die die Vergangenheit leugnen. Wir dürfen Menschen nicht aufgrund ihrer Religion, sexueller Orientierung oder Hautfarbe brandmarken.“

Bislang habe Happe nur von einer Reaktion auf den Davidstern in der Kirche und dem Tragen der Kippa Kenntnis: „Jemand hat die Sorge geäußert, dass es Angriffe geben und mir etwas passieren könnte“, sagt Happe. Ansonsten: nichts. Weder positive noch negative Äußerungen seien bislang an ihn herangetragen worden.

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