Hoppeditz-Gericht verurteilt Dreigestirn
Bild: Simon Helmers
In Flammen steht der Hoppeditz, eine lebensgroße Puppe, die am Dienstagabend in Ennigerloh symbolisch für alle während des Karnevals begangenen Sünden verbrannt wurde. Mit diesem Akt wurde auch die Session beendet.
Bild: Simon Helmers

Als Strafe erwartete ihn der sofortige Feuertod, mit dem die karnevalistische Session für beendet erklärt wurde. Heinz-Dieter Kalthoff zeichnete für die musikalischen Einlagen des Abends verantwortlich und wurde mit Willi Hermeier und Markus Koch für ihr gemeinsames Wirken in 13 Jahren als Drubbelaner mit viel Applaus bedacht.

Elferrat zuerst auf der Anklagebank

Die Ersten auf der Anklagebank vor Gericht – bestehend aus den Schöffen Manuel Diekmann und Ludwig Kaldewey sowie Richter Jürgen Künne – waren die Narren des Stadtelferrates. Richter Künne empörte sich über deren Geschwätzigkeit: „Wenn zehn ein Geheimnis wissen, sind es acht zu viel.“ So hatten sich zwei aus dem Rat, die der Richter nicht beim Namen nennen wollte, lange vor der offiziellen Bekanntgabe beim Einkaufen über den künftigen Prinzen unterhalten. Das Urteil: die Übernahme der Verköstigung am 11. November 2020.

Als nächster wurde Ingo Westerbarkey nach vorn zitiert. Dieser hatte sich laut Richter Künne vieler Vergehen schuldig gemacht, war aber immer äußerst klug vorgegangen. In Zukunft werde man ihn im Auge behalten, und Ennigerloh könne damit rechnen, dass er einmal Stadtprinz werde, sagte Künne.

Verlust der Schlüsselgewalt bestraft

Weniger glimpflich kam das Dreigestirn davon: Dafür dass diesem die Schlüsselgewalt während des Rathaussturms abhanden gekommen war, muss es 2021 das nachfolgende Dreigestirn entlasten und während des Umzugs den Schlüssel sichtbar mitführen. Die vorgetragene Verteidigung, dass der Schlüssel wie jedes Jahr im Büro des Bürgermeisters eingeschlossen werden sollte, ließ das Gericht nicht gelten. Zeigte sich das  Gericht in diesem Jahr mit lediglich zwei Verurteilungen für die Karnevalisten zunächst gnädig, kam es in letzter Minute zu einer weiteren: Adjutant Andreas Hölscher fiel dem Richter wiederholt ins Wort und wurde für diese Unverfrorenheit dazu verdonnert, den Saal mit eigenem Gesang zum Schunkeln zu bewegen.

Nach Ableisten der Strafe wurde der Hoppeditz für alle weiteren Untaten, die während des Karnevals passiert waren, angeklagt. Da er beharrlich schwieg, wurde er zum Feuertod verurteilt und zu Karnevalsliedern wie „Wir kommen alle in den Himmel“ vor dem provisorischen Gerichtsgebäude den Flammen übergeben.

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