CO2-Ampeln warnen vor Infektionsrisiko
Die Maske ist immer dabei. In der Gemeinde Lippetal reicht es aber nach wie vor aus, sie beim Tragen eines Geschäfts aufzusetzen. Es gebe im öffentlichen Raum keine Bereiche, wo der Kontakt im Freien so eng sei, dass die Abstände nicht eingehalten werden könnten, hieß es auf Nachfrage von Bürgermeister Matthias Lürbke.

Daher gilt auch bei den verschärften Corona-Regeln nach dem Erreichen der ersten Gefahrenstufe im Kreis Soest: Wer in Lippetal ein Geschäft betrifft, ist nach wie vor verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Draußen, beispielsweise auf einem großen Parkplatz vor der Ladenzeile, muss er die Maske aber nicht aufsetzen.

Bürgermeister Matthias Lürbke sagte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir haben aktuell in Lippetal im öffentlichen Raum keine Bereiche, wo der Kontakt im Freien so eng ist, dass keine Möglichkeit besteht, auf Abstand zu gehen.“ Das gelte zum Beispiel auch für das Zentrum in Oestinghausen, mit einer Reihe von Geschäften für den täglichen Bedarf.

Auch im Kreis Soest breitet sich das Corona-Virus immer weiter aus. Die kritische Marke von 35 ist gerade überschritten worden, der Krisenstab des Kreises hat deshalb in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden eine Allgemeinverfügung mit intensiveren Schutzmaßnahmen für das gesamte Kreisgebiet gemäß Paragraf 15a der Coronaschutzverordnung erlassen.

In Lippetal haben sich inzwischen insgesamt 31 Menschen infiziert, alle sind – Stand Montag, 16 Uhr – wieder genesen. Wie Matthias Lürbke mitteilte, werde das Schwimmbad in Lippborg geöffnet bleiben, ebenso sollen die Sporthallen weiterhin für den Schulsport und das Vereinswesen zur Verfügung stehen – allerdings unter den bekannten strengen Hygieneregeln. Hinzu komme das sorgfältige und regelmäßige Lüften. Die Gemeinde werde CO2-Ampeln aufstellen, um die Luftqualität zu kontrollieren. Bestellt werde eine größere Anzahl der Mess- und Überwachungsgeräte, so Lürbke. In einer Telefon-Konferenz mit den Schulleitern sei gestern über das weitere Vorgehen gemeinsam mit Hausmeistern und Fachleuten gesprochen worden. „Wir stehen im engen Kontakt mit den Nutzern, und schauen jetzt noch viel genauer hin“, betont der Rathaus-Chef. Generell gelte, dass sowohl in den Schulen als auch in den Hallen Möglichkeiten bestehen, für die erforderliche Zufuhr von Frischluft zu sorgen. An einigen Anlagen seien die Einstellungen verändert und die Fenster entsprechend optimiert worden.

„Wir müssen achtsam bleiben“

CO2-Ampeln geben einen Hinweis, wenn sich die Luftqualität verschlechtert. Sie messen in den Räumen die Konzentration von Kohlendioxid und zeigen beispielsweise an, wann es Zeit ist, die Fenster zu öffnen. Denn der CO2-Spiegel und mit ihm die Aerosolkonzentration steigt entsprechend der Anzahl der Menschen, die sich in einem Raum aufhalten und atmen.

Die Systeme, die bei zu hohen Werten ein Signal geben, sollen zur Minimierung des Infektionsrisikos beitragen. „Wir werden sie überall dort einsetzen, wo mehrere Personen zusammenkommen“, sagte Lürbke und spricht damit auch die Besprechungsräume in der Verwaltung an.

Die Entwicklungen im Verlaufe der Pandemie haben es gezeigt: Die Situation ändert sich ständig. Lürbke: „Der Prozess ist dynamisch. Wir müssen sehr achtsam bleiben.“

SOCIAL BOOKMARKS