Diskussion um Problemkreuzung
Die Unfallstelle: Anwohner sehen großes Gefahrenpotenzial, die Politik eher weniger.

Die für die Verkehrsteilnehmer je nach Perspektive unübersichtliche Lage ist am Mittwochnachmittag einer Radfahrerin zum Verhängnis geworden. Nach einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen wurde die 65-Jährige von der Zugmaschine überrollt. Die Frau starb noch an der Unfallstelle.

Der genaue Hergang soll durch ein Unfallgutachten ermittelt werden, das die Polizei in Auftrag gegeben hat. Klar ist, dass der Lkw in die Lippstädter Straße abgebogen ist. Im Einmündungsbereich kam es zu dem Unfall.

Eine Mitarbeiterin aus einem benachbarten Geschäftshaus berichtete, dass der Lastwagen von Norden kommend auf der Diestedder Straße gewartet habe, um den bevorrechtigten Verkehr auf der abknickenden Vorfahrt vorbei zulassen.

Nach Zeugenaussagen, die der Polizei vorliegen, kam der Lkw dagegen aus dem Kreisverkehr, um von der Lippborger in die Lippstädter Straße abzubiegen, erläuterte Maike Wolf von der Pressestelle der Polizei. Übereinstimmend wird jedoch berichtet, dass der Lkw sehr langsam abgebogen sei und schnell zum Stehen kam. Die Radfahrerin kam demnach aus der Gasse vom Kirchplatz, die zwischen zwei Häusern auf die Lippstädter Straße mündete. „Wir wissen: Der Lkw war langsam unterwegs“, sagte Wolf. Dafür spreche auch der kurze Anhalteweg von etwa zehn Metern.

Dass in diesem Kreuzungsbereich nicht mehr an Unfällen passiert, sei bei der Verkehrsführung und dem zu Stoßzeiten hohen Verkehrsaufkommen ein Wunder, berichten Anlieger. Viele Autofahrer seien hier mit großer Geschwindigkeit unterwegs; das gelte vor allem für diejenigen, die vom Kreisverkehr kommend Richtung Lippstädter Straße abbiegen, denn in diesem Verlauf haben sie Vorfahrt.

Vor allem mit Radfahrern, die aus der engen Gasse bei „Blatt und Blüte“ auf die Lippstädter Straße fahren, sei die Situation gefährlich. Wenn Radlergruppen vom Lippeauenweg durch die Gasse fahren, könne dies für sie gefährlich werden. Aus Behördensicht ist in diesem Bereich aber nicht von einem Unfallschwerpunkt auszugehen.

Platz reicht nicht

Bei der Polizei und dem Straßenverkehrsdienst des Kreises sei für die vergangenen Jahre kein schwerer Unfall bekannt, erklärte Ordnungsamtsleiter Ludger Schenkel. Aus seiner persönlichen Einschätzung sei es kaum möglich, den Bereich mit erhöhter Geschwindigkeit zu durchfahren. Radfahrer, die durch die Gasse vom Kirchplatz kommen, könnten wegen des Gehwegs zudem ausreichend sehen, um den Querverkehr zu beachten. Bei die Erstellung eines Verkehrskonzepts für die Lippstädter Straße, allerdings mit Fokus auf die Schulen und Kindergärten, war der Bereich Diestedder Straße/Lippstädter Straße zwar auch einbezogen. Dabei ging es aber um die Frage, ob eine zusätzliche Linksabbiegerspur möglich sei, um die Rückstaus zu vermeiden. Ergebnis: Dafür reicht der Platz nicht.

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