„Kleeblatt“ ist ein echter Glücksfall
Eine Idee, die ankommt: Weil wegen der Pandemie der beliebte Kaffeeklatsch ausfällt, bringen Helfer den Kuchen gern an die Haustür. Darüber freute sich im Sommer auch die 100 Jahre alte Ida Degen (rechts).
Deshalb lassen sich die Helfer dieser von Caritas und Gemeinde getragenen Ehrenamtsbörse einiges einfallen, damit sich die Senioren nicht alleingelassen fühlen. Sie schicken ihnen Briefe mit der Post, rufen an, um Kontakt zu halten oder begeben sich mit dem Kuchentaxi auf den Weg zu ihnen. Koordinatorin Claudia Wetter von der Caritas erfährt, wie sehr die Älteren die Gemeinschaft vermissen, zumal sie in Zeiten von Corona weitere Einschränkungen im Alltag hinnehmen müssen und daher oft nicht rauskommen.
Gut 70 Senioren gehören zum festen Stamm. 44 Ehrenamtliche kümmern sich, damit die Älteren möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben können und dennoch gut versorgt sind. Doch wegen der derzeitigen Corona-Regeln kommen die Helfer derzeit weniger zum Einsatz als üblicherweise. Claudia Wetter sagt: „Sie möchten so gerne etwas tun, doch im Moment fällt vieles weg.“ Die beliebten Fahrradtouren laufen aber nach wie vor, jedes Mal nehmen acht bis zwölf Teilnehmer die Gelegenheit wahr, sich auf den Sattel zu schwingen und durch die frische Luft zu fahren.
Die gemeinsame Einkehr ist indes gestrichen. Sonst steht außerdem jeden zweiten Sonntag im Monat ein Kaffeetrinken im Antik-Café in Brockhausen auf dem Programm. „Das war immer super besucht“, betont Claudia Wetter. Doch diese Veranstaltung fällt bereits seit dem Frühjahr aus. Der Grund: Ehrenamtliche holen die Senioren von zu Hause ab und bringen sie auch wieder heim. Im Auto allerdings lässt sich der erforderliche Abstand nicht einhalten. Die Ehrenamtlichen bieten daher an, einen süßen Gruß bis an die Tür zu bringen. Eine weitere gute Idee: Eine Ehrenamtliche sorgt mit einer kleinen rollenden Leih-Mediathek für Unterhaltung: Möglich ist das durch die Anschaffung von drei Geräten zum Abspielen von Audio-Aufnahmen auf CD. „Wir versuchen, Alternativen zu schaffen“, schildert Claudia Wetter. Sie weist auch darauf hin, dass es derzeit keine persönliche Sprechstunde im Haus Biele in Hovestadt gibt, allerdings laufe der Anrufbeantworter, so dass jeder, der ein Anliegen habe, auf Band sprechen könne. Eine Unterstützung beim Einkaufen werde, wie die Koordinatorin ausführt, nur selten nachgefragt. Eigentlich ein schönes Zeichen, da die geringe Resonanz darauf schließen lässt, dass sich die Senioren wohl auf ihre Familien oder auch die Nachbarn verlassen können.

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