Widriges Wetter kann Umzug nicht stoppen
Rosensonntag? Ja auch, aber vor allem: Regensonntag. Viele Narren ließen sich in Lippborg vom miesen Wetter nicht beirren, passten sich mit Capes und Schirmen den Bedingungen an und hatten schließlich jede Menge Spaß im Umzug.

„Nur die Harten kommen in den Garten“, lautete am Ende die Devise. Urbansky verkündete gegen 11.30 Uhr: „Wir fahren!“ Allerdings riss „Wiltrud“ dann doch empfindliche Lücken in den Rosensonntagsumzug.

Die schönsten Wagen mussten in der Garage bleiben. Das betraf vor allem das Prinzenpaar Bärbel und Stefan Hegemann von Ruckzuck Assen. Ihr prächtiger, dreistöckiger Prinzenwagen durfte wegen der Windböen nicht im Zug mitfahren. Die Gefahr, dass der große Wagen kippen könnte, war einfach zu groß.

Ähnlich erging es den „Eskalanten“, deren Moorhuhn gut bedacht unter Beckers Dach abgestellt wurde, gleich daneben der Motivwagen „Casino“ von den „Saufziegen“. Auch die Motivwagen der Weedeländer, der Landeier und am Ende sogar der KKL-Elefant „Karli“ blieben beim Umzug 2020 wegen „Yulia“ außen vor.

„Die Gruppen haben sich freiwillig entschieden, keine Gefahren heraufzubeschwören“, lobte Rodger Urbansky die Einsicht seiner Wagenlenker. Trotzdem ließen sich die am Umzug beteiligten Aktiven kaum etwas anmerken. Viele hatten sich schützende Plastikfolien übergezogen, andere bekämpften das Unwetter mit Bier oder kleinen Likörchen. Als der Zug sich pünktlich um 14.11 Uhr in Bewegung setzte, da hatte auch der Sturm ein Einsehen. Er ließ nach, und die Karawane des Frohsinns setzte sich in Richtung Kreisverkehr und Ortszentrum in Bewegung. Reichlich flogen Törtchen, Lutscher und Kamellen, als die Gruppen vorüberzogen.

Wegen der geringeren Zahl der Besucher sammelte manches Kind ganze Taschen voller Süßigkeiten ein. Wird die Summe der Zuschauer bei guten Wetter auf mehr als 10.000 geschätzt, die den Narrenumzug empfangen, kamen diesmal vielleicht rund die Hälfte, um sich das bunte Spektakel anzuschauen.

Frieren brauchte man jedenfalls nicht, während die prächtig kostümierten Gruppen und die kleineren Wagen vorbeizogen, denn kalt wurde es hier keinem. Dabei half schon die gute Stimmung, die die Gruppen mit flotter Musik und unzähligen „Helau-Rufen“ noch anzuheizen versuchten.

Doch da, wo sonst viele Kehlen antworten, blieb das Echo diesmal aus, denn der Wind erstickte die vereinzelten Reaktionen am Straßenrand. Und die zahlreichen neuen KKL-Flaggen, die vom Wind getrieben fast ständig horizontal in der Luft hingen, flatterten laut und heftig.

Gut zu hören war hingegen der Mini-Elefant, dessen Trompeten-Getöse „Karli“ ein wenig ersetzte. Bei den Themen drehte sich viel ums Klima: „Gibt’s auf der Welt den Klimaknall, feiern wir im Weltall Karneval“, hieß es bei den Sitzungslosen. „Klimawandel stoppen, das Bier muss kalt bleiben“, war eine weitere Parole.

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