42 Personen in Stromberg in Quarantäne
Foto: Tönnies
Am Montag, 11. Mai, hatten Tests von Mitarbeitern auf das Coronavirus im Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück begonnen. Seitdem sind laut Unternehmen 11 000 Mitarbeiter getestet worden.
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Ihre sämtlichen Mitbewohner – insgesamt 42 Personen – wurden unter häusliche Quarantäne gestellt. Gegenüber der „Glocke“ teilte die Stadt Oelde am späten Donnerstagnachmittag mit, dass vier Bewohner des einen und zwei des anderen Hauses im Rahmen einer freiwilligen Testreihe unter den Mitarbeitern des Fleischunternehmens positiv getestet worden waren.

Sechs Infizierte in Gütersloh untergebracht 

Die sechs Infizierten seien bereits in einer Quarantäne-Einrichtung in Gütersloh untergebracht worden, die das Unternehmen selbst zur Verfügung gestellt habe. Aus diesem Grund werden die Infizierten offiziell als Fälle des Kreises Gütersloh gezählt und fließen nicht in die Statistik des Kreises Warendorf ein.

Vom Gesundheitsamt des Kreises Warendorf wurde die Stadt Oelde den Angaben zufolge am Donnerstagmorgen informiert. In der Folge hätten Mitarbeiter des Ordnungsamts sofort für die Unterkünfte zuständige Ansprechpartner kontaktiert. Bewohner einer Wohnung, die sich zu dem Zeitpunkt auf dem Weg zu ihrer Schicht befunden hätten, seien aufgehalten worden und zur Unterkunft zurückgekehrt.

„Infektionsketten wirksam unterbrechen“

Vor Ort hätten Mitarbeiter der Stadt Oelde sowie des Gesundheitsamtes des Kreises Warendorf versucht zu ermitteln, wer von den Bewohnern Kontakt zu einem der Infizierten gehabt hatte. Im Ergebnis ordneten die beteiligten Behörden die Quarantäne für alle Bewohner beider Mehrfamilienhäuser an. Dieser Schritt sei erfolgt, „um die Infektionsketten wirksam zu unterbrechen“. Auch hätten „unterschiedliche wechselseitige Kontakte“ vorgelegen oder nicht ausgeschlossen werden können, teilt die Stadt mit.

Die Mitarbeiter werden den Angaben zufolge in ihrer Quarantäne vom Arbeitgeber versorgt. Verlassen dürften sie ihre Unterkünfte innerhalb der nächsten 14 Tage nur unter strengsten Auflagen nach Vorgabe des Gesundheitsamtes. Die Hygienebedingungen in den Wohnungen waren laut Gesundheitsamt nicht zu beanstanden.

Knop: Gefahr durch Pandemie besteht weiterhin

„Der Fall zeigt, dass die Gefahr durch die Pandemie weiterhin besteht. Das dürfen wir bei allen Lockerungen nicht vergessen“, erklärte Oeldes Bürgermeister Karl-Friedrich Knop. Deshalb müssten Infektionsherde schnell erkannt und isoliert werden. „Das ist uns heute Vormittag gut gelungen“, betonte Knop.

Die Corona-Tests in den Untersuchungszentren der Unternehmensgruppe Tönnies mit Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück zeigen dem Unternehmen zufolge Wirkung. In zwei Fällen hätten am Stammwerk in Rheda Infektionsherde frühzeitig erkannt werden können, teilte Tönnies am Mittwochabend mit.

Eigenes Testprogramm bei Tönnies

Tönnies hatte als Ergänzung zu den behördlich angeordneten Corona-Reihentestungen in der vergangenen Woche ein eigenes Testprogramm gestartet. Die Beschäftigten waren gebeten worden, sich beispielsweise nach Urlaubsreisen oder in Verdachtsfällen Corona-Tests zu unterziehen. 

Eine Einzelperson sei nun nach der Rückkehr aus dem Urlaub positiv auf Corona getestet worden. Zudem gebe es 18 Fälle in einer Produktionsabteilung bei Tönnies in Rheda. „Zwei Mitarbeiter haben uns mitgeteilt, dass sie bei einem Kirchenbesuch Kontakt zu im Nachgang positiv getesteten Personen hatten, ohne selbst offiziell Kontaktperson der Kategorie eins zu sein.

120 Tests in gesamter Abteilung

Daraufhin haben wir die 120 Beschäftigten der gesamten Abteilung Tests unterzogen – 18 Ergebnisse fielen positiv aus“, erläuterte Dr. Gereon Schulze Althoff, Leiter des Tönnies-Krisenstabs, laut Mitteilung. Beide Infektionsherde hätten ihren Ursprung außerhalb des Werks. 

In der Unternehmensgruppe habe es mehr als 11 000 Mitarbeiter-Tests auf Corona gegeben. Nur 43 Proben seien positiv gewesen.

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