Sassenberger dealt und wird erwischt
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Weil er mit Drogen dealte, muss sich ein 24-jähriger Sassenberger vor dem Landgericht Münster verantworten.
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Nur an einem Tag seines Lebens fiel der Sassenberger als Rauschgifthändler auf. Außer einer Geldstrafe steht auch nichts in seinem Vorstrafenregister. Trotzdem sitzt er bereits seit drei Monaten in U-Haft.

Beamten finden erkleckliche Mengen Drogen

Denn am 18. Februar starteten seine Geschäfte in einer Wohnung in Münster-Hiltrup gleich von Null auf 100. An diesem Tag erwischte ihn die Polizei mit Heroin und Kokain in vierstelligem Verkaufswert, mit Utensilien zur Portionierung des Stoffs und mit 3200 Euro Dealergeld.

Alles spielte sich in der Wohnung eines 27-jährigen Hiltrupers ab, mit dem der Sassenberger angeblich nur eine Runde FIFA zocken wollte. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten noch erkleckliche Mengen Mariuhana, ein bisschen Amphetamin, eine Machete und ein Einhandmesser.

Die Machete ist laut Angeklagten nur Deko

In ihren Teilgeständnissen räumten die beiden Angeklagten gestern alle „Fundsachen“ ein. Allerdings säuberlich getrennt. Der mehrfach vorbestrafte Wohnungsinhaber gab den Besitz der Waffen, des Cannabis und des Amphetamins zu. Die Machete sei nur Deko, der Stoff zum Eigenbedarf gewesen.

Die harten Drogen und das Bargeld nahm der Sassenberger auf seine Kappe. Heroin und Kokain habe er am Vormittag des Tattages bei einer Adresse in Münster abgeholt, um es dann in der Hiltruper Wohnanlage zu verkaufen. Die Kunden meldeten sich bei ihm auf einem Handy.

Play-Station-Kumpel soll von alldem nichts gewusst haben

Den Auftrag samt Geld und Handy habe er drei Tage zuvor von einem marokkanischen Drogenhändler bekommen. Sein Play-Station-Kumpel habe von alldem nichts gewusst, so der Sassenberger.

Sein Pech war, dass der dritte Kokainkunde an seinem angeblich ersten Handelstag ein Scheinkäufer der Polizei namens Leo war. Und Leo hatte zwei Wochen vorher dort schon einmal Kokain erworben.

Aufgeflogen: Scheinkunde erwischt Sassenberger

Am 18. Februar kaufte er vom Sassenberger dann zehn Gramm Koks und zwei Gramm Heroin. Kurz danach rammte ein Einsatzkommando die Hiltruper Wohnungstür auf und musste dabei noch einen Schrank zur Seite schieben.

Gleichzeitig flogen die harten Drogen und eine Feinwaage aus dem Fenster. Von all dem will der 27-jährige Hiltruper nichts mitbekommen und auch keinen Drogenkunden in seiner Wohnung gesehen habe.

Den Schrank habe er immer vor seine Tür geschoben. Nicht wegen der Polizei, sondern aus Angst vor einem 60-jährigen Nachbarn, einem gewalttätigen Dauerjunkie. Der Prozess wird am 10. Juni fortgesetzt. Matthias Münch

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