Sassenbergs Narren stürmen Rathaus
Bild: D. Reimann
Das Rathaus ist gestürmt, jetzt regieren die Karnevalisten: (v. l.) Sassenbergs Bürgermeister Josef Uphoff übergab den Schlüssel an Füchtorfs Prinz Tim I., Sassenbergs Prinz Lui I., Prinzessin Denise und Prinzessin Babsy I..
Bild: D. Reimann

Sassenbergs Tollität wird stolz auf seine Narren sein, die trotz Nieselregens zahlreich auf und an der Strecke den Altweiberumzug feierten. Und ja, auch thematisch war der Umzug durchaus ansehnlich.

Bedrohte Landwirte wird von Landjugenden aufgegriffen

Gleich mehrere Wagen griffen aktuelle und politische Themen auf. Darunter auch die KLJB Sassenberg-Dackmar. Auf ihrem Wagen blickte ein Clown ganz traurig drein: „Ohne regionale Landwirtschaft wärt ihr durstig, hungrig und müsstet diesen Wagen schieben“, stand dort geschrieben. Und: „KLJB Fantastic, befreit das Meer von Plastik.“

Auch die Landjugend aus Milte griff das Thema der Landwirte auf, auf ihrem Wagen stand: „Wir Milter wissen schon seit langem, kleine Höfe nicht verbannen.“ Eine deutliche Aufforderung hatten auch die Kegelclubs FKK und Promillepoggen. Die Cowboys forderten die Narren auf: „Kamelle oder wir schießen!“

Es wird nicht geschossen, nur Kamelle wird geworfen

Zur Beruhigung: Es wurde nicht geschossen, sondern nur geworfen. Reichlich Bonbons, Kamelle und Süßes hatten die vielen Fußgruppen dabei, unter ihnen die Ex-Prinzessinnen in scharfen Auto-Kostümen, die Mitarbeiter des Altenzentrums, die Ex-Schuckis und Handballer vom VfL. Und – nicht zu vergessen: Die Karnevalisten aus Füchtorf, die an diesem Donnerstag selbstverständlich nicht fehlen durften.

Die Sassenberger Querulanten warfen mit ihrem Mottowagen schon mal einen Blick auf die Kommunalwahl in diesem Jahr. „Haben wir wirklich eine Wahl? Bürgermeister(in) gesucht für mehr als nur Parkplätze und Supermärkte, für ein schönes Sassenberg, für einen nicht so abenteuerlichen Abenteuerspielplatz.“ Darunter abgebildet waren die Fraktionen, die sich einig sind: „so einen Kandidaten haben wir nicht“, und auch Bürgermeisterkandidat Johannes Philipper, der mit einem breiten Grinsen sagt: „Meine Fraktion steht hinter mir.“

Ein Thema zum Nachdenken, Schmunzeln und mit einem Augenzwinkern – so darf und soll Karneval sein. Das sah auch Bürgermeister Josef Uphoff so, der nur ungern den Schlüssel des Rathauses abgab.

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