Bürger setzen Zeichen gegen Rechts
Foto: Steinhoff
Eine große Menschenmenge demonstrierte am Montagabend unter Einhaltung der Corona-Regeln auf der Wadersloher Festwiese gegen Rassismus und Hetze und für Vielfalt und Toleranz. Die Wadersloher Jusos hatten zur „Aktion friedliche Dorfgemeinschaft“ aufgerufen, die sie ganz bewusst mit „AfD“ abkürzten.
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Dazu haben die Wadersloher Jusos als Reaktion auf die Kandidatur der „Alternative für Deutschland“ in der Gemeinde aufgerufen und ihre Aktion bewusst mit „AfD“ abkürzt. „Hier in Wadersloh soll das nur für die Aktion friedliche Dorfgemeinschaft stehen. Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, das wir für unsere Gemeinde setzen. Es ist schön, dass ihr alle da seid“, ruft Marco Zaremba, Vorsitzender der Wadersloher Jusos, ins Megafon. Man wolle damit einer rechtspopulistischen Störerpartei die Stirn und keinesfalls eine Bühne bieten, stellt er heraus.

Klare Worte auch von Bürgermeister Christian Thegelkamp. Das Wahlrecht sei ein Privileg, das man nicht ungenutzt lassen sollte. Das helfe höchstens extremistischen Parteien. „Stärken Sie unsere Demokratie. Sie braucht jede Stimme“, appelliert er an die Bürger. „Wadersloh ist bunt und das soll und wird es auch bleiben. Für Faschisten ist hier kein Platz.“

„Wir lassen uns die Atmosphäre hier nicht vergiften.“

Anne Claßen, Kreistagsmitglied der SPD, berichtet von ihren Erfahrungen mit den zwei Vertretern der AfD, die seit sechs Jahren im Kreistag vertreten sind. Beleidigungen, rassistische und gehässige Kommentare seien seitdem an der Tagesordnung. „Wir lassen uns die Atmosphäre hier nicht vergiften. Verschenken Sie Ihre Stimme nicht, damit Wadersloh eine friedliche Gemeinde bleibt“, lautet ihre Botschaft. Sie danke den Jusos für die Organisation der Veranstaltung. Es sei klar gewesen, dass man nicht schweigen dürfe, wenn eine Partei antrete, der selbst unabhängige Politikwissenschaftler Demokratieferne bescheinigten.

Totschweigen gelte nicht, findet auch Dennis Kocker, SPD-Landratskandidat. Sonst habe man Verhältnisse wie in Österreich, wo es eine rechtspopulistische Partei in die Regierung geschafft habe. „Wehret den Anfängen und lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen. Diese Leute bieten keine Lösung“, macht er deutlich.

„Es ist euer Job, dafür zu sorgen, dass Wadersloh nazifrei bleibt“, bläst der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup ins gleiche Horn und ruft ebenfalls dazu auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Symbolische Kette

Eine Kundgebung in Corona-Zeiten ist ein sensibles Thema, doch alle Teilnehmer tragen ihre Mund-Nasen-Masken und halten die Mindestabstände zu Personen aus anderen Haushalten ein. Die Bezirksbeamten Dirk Axmann und Jürgen Rühl haben darauf ein wachsames Auge.

Nach den Ansprachen können die Teilnehmer der Kundgebung auch noch selbst aktiv werden. Für eine symbolische Menschenkette sollen sie mit Straßenkreide ihre Namen rund um die Festwiese schreiben. Auf Postkarten mit der Aufschrift „Unsere Gemeinde bleibt bunt“ ist Platz für Friedensbotschaften und eigene Aussagen zur Sache – aus ihnen wollen die Wadersloher Jusos ein Banner machen, das im Dorf seinen Platz finden soll und die „Aktion friedliche Dorfgemeinschaft“ nachklingen lässt.

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