Aventus bezieht Neubau in Warendorf
Foto: Gabi Wild
An der Katzheide 33 lautet die neue Adresse der Betriebsstätte von Aventus an der Kreisstraße 3. 
Foto: Gabi Wild

Das Datum stand schon lange im Kalender der Belegschaft, und doch werden ab Montag infolge der aktuellen Corona-Lage nicht alle Kollegen vor Ort sein können und dürfen. In dieser Woche wurde noch mit Hochdruck an der Innenausstattung gearbeitet, angefangen von den Regalen im künftigen Lagerbereich bis hin zu den Möbeln in den einzelnen Büros und zur IT-Ausstattung.

Umzug von langer Hand vorbereitet

Mal abgesehen davon, dass –wie bei solchen großen Neubauprojekten nicht ungewöhnlich – vieles erst „auf den letzten Drücker“ fertig wird, war der Umzug von der Übergangszentrale in angemieteten Räumlichkeiten in der Gewerbeimmobilie an der Mielestraße zum neuen Firmengelände an der Kreisstraße 3 von langer Hand geplant worden. „Alle Mitarbeiter wussten, dass sie zunächst für einen nur begrenzten Zeitraum in einem Übergangsbüro arbeiten würden. Dementsprechend sind die meisten nur mit der notwendigen Minimalausstattung gestartet, was die Umzugsumstände überschaubar macht“, sagt Aventus-Geschäftsführer Kai Lammers.

Am neuen Standort sollen laut Lammers (im Bild links) im nächsten Jahr mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt werden. Soweit möglich, würden die freien Stellen aus den Stammhäusern des gemeinsam von Haver & Boecker (Oelde) und Windmöller & Hölscher (Lengerich) gegründeten Unternehmens besetzt. „Dies wird jedoch nicht bei jeder Stelle möglich sein. Dann schreiben wir extern aus, und wir sind gespannt, wer sich aus Warendorf und Umgebung bei uns bewirbt.“

Neubau modern und einladend

Auf dem neuen Firmengelände an der Katzheide in Warendorf präsentiert Aventus einen einladenden Neubau. Er bietet Platz für eine eigene Maschinenfertigung und eigene Servicelieferungen. Mit zwei großen Muttergesellschaften in Oelde und Lengerich im Rücken zeichne sich Aventus als überschaubarer mittelständischer Betrieb durch Flexibilität und Schnelligkeit aus, sagt Geschäftsführer Kai Lammers.

Dem engagierten Team werde ein „tolles Arbeitsambiente mit modernster Technik“ geboten, egal, ob es dabei um die eigene Arbeitsplatzausstattung oder die moderne Lüftungsanlage im Gebäude geht. Weniger als ein Jahr nach der öffentlichen Bekanntgabe der Nachricht, die Zentrale der neu gegründeten Firma Aventus nach Warendorf zu verlegen – eine Entscheidung, die der damalige Bürgermeister Axel Linke als erfolgreichste Gewerbeneuansiedlung seit Jahrzehnten bezeichnet hatte –, war im Oktober 2019 der Baustart.

Nach einem Jahr Bauzeit fertig

Nach einem Jahr Bauzeit unter der Regie des Generalunternehmens Goldbeck (Münster) präsentiert sich an der Adresse Katzheide 33 jetzt eine Produktionshalle mit einer Bruttogeschossfläche von 5645 Quadratmetern und einer Höhe von 13,10 Metern – das ergibt einen Bruttorauminhalt von 73 950 Kubikmetern. Das 15,9 Meter hohe, viergeschossige Bürogebäude ist 600 Quadratmeter groß (Bruttorauminhalt: 9540 Kubikmeter), ein weiterer zwölf Meter hoher Bürotrakt ist dreigeschossig (390 Quadratmeter, rund 4700 Kubikmeter). 

Es gibt ein Betriebsrestaurant (105 Quadratmeter). Mehr als 40 Handwerksbetriebe, überwiegend aus Warendorf und Umgebung, waren am Bau beteiligt. Die Außenanlagen bestehen aus 9717 Quadratmetern Grünfläche, 7533 Quadratmeter sind Verkehrsflächen.

Die Gebäudetechnik ist bei einem Gewerbe-Neubau wie für Aventus von großer Bedeutung. Fünf Lüftungsgeräte versorgen das Objekt mit Zu- und Abluft. Die bedarfsgerechte Lüftung in Besprechungsräumen erfolgt über MSR-Technik. Der „Goldbeck Energieboden“ kann sowohl heizen als auch kühlen. Eine Wärmepumpe ist in der Energieerzeugung eingesetzt, die gesamte Steuerung erfolgt vollautomatisch.

Großer Erfolg in Gewerbeansiedlung

Dass die Firma Aventus ihren Sitz in Warendorf gewählt hat, gilt als ein großer Erfolg für die Gewerbeneuansiedlung in der Kreisstadt. In rekordverdächtiger Zeit waren die Standortentscheidung, die Bauleitplanung und der Neubau über die Bühne gegangen. 

Auf den Aufbau eines Start-up-Unternehmens wie Aventus habe die Corona-Pandemie ebenfalls Schatten geworfen, räumt Geschäftsführer Kai Lammers ein. Dennoch seien „die Projektlisten voll und vielversprechend“. Die Projektplanung sei langfristig ausgerichtet, und so gebe es „so gut wie kein Projekt, das aufgrund von Corona gänzlich ausgesetzt wird“, sagt Lammers. Allerdings verzögere sich die eine oder andere Auftragsvergabe infolge der Pandemie.

Pandemie verhindert Einweihungsfeier

Sehr wohl aber haben die Einschränkungen im Zuge des Infektionsschutzes Auswirkungen auf die Arbeitsaufnahme im Neubau: „Unsere Teammitglieder sollten mit einem großen Hallo, mit Präsentationen und Rundgängen am neuen Standort willkommen geheißen werden. Diese Art der Begrüßung funktioniert aktuell wegen Corona jedoch leider nicht“, erläutert Gabriele Buß, die für das Aventus-Marketing verantwortlich zeichnet: „Die geplante digitale Ersatzveranstaltung wird gut, aber sie wird das persönliche Flair nicht ersetzen können.“ 

Auf die bauliche Ausgestaltung habe Corona keinen Einfluss gehabt. Dennoch verfüge der Neubau über eine hochmoderne Lüftungsanlage. „Es gibt keine Großraumbüros. Die Bürogrößen sind großzügig, aber gleichzeitig überschaubar, so dass Abstände sehr gut eingehalten werden können – und das unter anderem auch im Zusammenspiel mit mobiler Arbeit von zuhause aus“, sagt Gabriele Buß. 

Darüber hinaus seien gegenüberliegende Schreibtische durch Schallschutzwände getrennt, die auch als Bollwerk gegen Virenübertragung ihre Qualitäten hätten. Vorläufig würden ohnehin nie alle Mitarbeiter in den Büros sein, sondern sich aufteilen. Mobiles Arbeiten habe von vornherein, schon lange vor Corona, zur Unternehmensphilosophie gehört habe.

Hintergrund: Das ist Aventus

Nebenbei . . .

. . . leitet sich der Firmenname „Aventus“ von den Namen beider Muttergesellschaften Haver & Boecker sowie Windmöller & Hölscher ab. „Avena“ bedeutet Hafer, und „Ventus“ bedeutet Wind. „Der neue Name symbolisiert die Vereinigung des Besten beider Unternehmen“, sagt Aventus-Geschäftsführer Kai Lammers selbstbewusst.


Die Aventus GmbH & Co. KG ist ein Hersteller von Verpackungsanlagen für industrielle Anwendungen mit Hauptsitz in Warendorf. Das 2018 gegründete Joint Venture der Weltmarktführer Haver & Boecker (Oelde) und Windmöller & Hölscher (Lengerich) produziert und vertreibt Abfüllanlagen für rieselfähige Schüttgüter sowie Palettier- und Ladungssicherungstechnik. 

Das umfassende Portfolio von Aventus richtet sich vor allem an die chemische Industrie, die Salz-, Dünger- und Tiernahrungsbranche sowie die Agrarindustrie. Der Palettierspezialist „Newtec Bag Palletizing“ ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Warendorfer Unternehmens. 

Seit 2018 im Übergangsdomizil

Als das Unternehmen Aventus 2018 gegründet wurde, war es zunächst kurzzeitig am Standort Münster von Haver & Boecker tätig, wo seinerzeit für den begrenzten Raumbedarf ausreichend Platz vorhanden war. Gemäß Entwicklungsplan wurde das Unternehmen jedoch schnell ausgebaut. Daher wurde ein Übergangsbüro an der Mielestraße 1 in Warendorf angemietet, in das der Umzug im Sommer 2019 erfolgte. Am kommenden Montag soll der Umzug in den Neubau an der Katzheide in Warendorf abgeschlossen sein. Die eigentliche Maschinenproduktion in den neuen Hallen soll direkt Anfang 2021 anlaufen.

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