Karnevalssession mit vielen Fragezeichen
Foto: Baumjohann
Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen: das Prinzenpaar Manu I. und Dirk I. Nölker hängt eine weitere Session an.
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Schon jetzt ist klar: Eine Prinzenproklamation wird es am 13. November nicht geben – und damit auch keine neue Tollität der Karnevalsgesellschaft „Silber-Blau“ in der bevorstehenden Session. Zwei Gründe seien dafür ausschlaggebend gewesen, berichtet Eckhard Nergert im „Glocke“-Gespräch aus der Sitzung, in der KG-Präsident Ulrich Fastermann mit den übrigen Vorstandsmitgliedern sowie den Vertretern der Tollitäten, Senatoren und Jungkarnevalisten jetzt Grundsatzentscheidungen getroffen hatte.

„Zum einen wissen wir nicht, wie eine Proklamation überhaupt stattfinden könnte“, sagt Nergert. Und zum anderen sei völlig unklar, welches Programm die Karnevalsgesellschaft einer neuen Tollität würde bieten können. „Können Besuche in den Seniorenheimen, in der Schule oder den Kindergärten stattfinden? Wird es eine Galasitzung geben?“, nennt Nergert nur einige Fragen, die derzeit nicht seriös beantwortet werden können. Und selbst wenn eine Galasitzung durchgeführt werden könnte, blieben Fragen offen: Wie viele Gäste dürfen in den Saal Huesmann und ist ein Bühnenprogramm aus diesen Eintrittsgeldern überhaupt zu finanzieren? Dass jetzt eine Entscheidung fallen musste, liege auch in Fristen begründet: „Kostüme müssen reserviert und Orden bestellt werden.“

Und selbstverständlich habe man als Gesellschaft den Anspruch, einer neuen Tollität eine genauso unvergessliche Session bieten zu können wie den bisherigen Jeckenfürsten. „Wir hätten eine Tollität für die kommende Session gehabt“, verrät Nergert – naturgemäß ohne Namen zu nennen. „Verschoben um ein Jahr“ freut sich der Jeckensekretär über die Bereitschaft der designierten Tollität, das Jeckenzepter „Jopp“ dann in der Session 2021/22 zu übernehmen.

Ganz ohne Tollitäten werden die Jecken von „Silber-Blau“ allerdings nicht in die kommende Session gehen. „Unser Prinzenpaar Manu I. und Dirk I. Nölker hat sich sofort bereiterklärt, ein weiteres Jahr im Amt zu bleiben“, dankt Nergert. Allerdings werden die beiden in der kommenden Session nicht im Prinzenkostüm unterwegs sein, sondern das KG-Ornat tragen und lediglich durch die Feder am Hut, das Prinzenzepter „Jopp“ und die Prinzenkette als Tollitäten erkennbar sein.

Nach wie vor hoffen die Aktiven von „Silber-Blau“ darauf, dass Karneval in einem gewissen Rahmen doch wird stattfinden können. „Wenn wir die Möglichkeit haben, machen wir das gerne und auch kurzfristig“, verspricht Nergert. „Wir müssen alles tun, um auch in diesen Zeiten Verein und Karneval mit Leben zu füllen, aber wir müssen uns auch der damit verbundenen Verantwortung bewusst sein.“ Auf jeden Fall wollen die Karnevalisten am „Elten im Elften“ die jecken Vereinsfahnen hissen. „Wir würden uns freuen, wenn sich Freckenhorster Jecken daran beteiligen und so zeigen, dass der Karneval lebt.“ Erhältlich sind die Fahnen der KG bei Jeckensekretär Eckhard Nergert.

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