Mit Drogenhandel Million Euro verdient
Bild: dpa
Vor dem Landgericht Münster wird seit Montag gegen  Angeklagte verhandelt, die lukrative Drogengeschäfte unter anderem im Kreis Warendorf aufgezogen hatten.
Bild: dpa

Zusammen mit ihnen sitzen ein 23-jähriger Mann aus Everswinkel sowie zwei weitere Männer aus Nottuln im Alter von 21 und 23 Jahren auf der Anklagebank.

Nottulner kaufmännischer Kopf

Die beiden Hauptangeklagten sollen von November 2018 bis zum Sommer 2019 große Mengen Marihuana in den Niederlanden bestellt und im Münsterland gewinnbringend verkauft haben. Ihre Einnahmen lagen nach Berechnungen der Staatsanwaltschaft dabei über einer Million Euro.

Kaufmännischer Kopf der Rauschgiftgeschäfte soll der Nottulner gewesen sein. Der Freckenhorster war sein Kurier. Ab März wurde laut Anklage aus dem Cannabis-Duo eine Bande, weil ein dritter Mann dazu kam. Der 21 (damals 20) Jahre alte Nottulner stellte ein Haus als Drogenbunker zur Verfügung, das ihm sein Großvater überlassen hatte. Die beiden anderen Angeklagten waren die Großabnehmer des Stoffes, den sie vom Kurier fast wöchentlich geliefert bekamen. Dabei sollen der Everswinkeler mehr als 300.000 Euro, der Nottulner mehr als 400.000 Euro erlangt haben.

Freckenhorster räumt Vorwürfe ein

Am ersten Prozesstag machte der 26-jährige Freckenhorster den Anfang mit einem umfassenden Geständnis, das er so auch schon vor der Polizei abgelegt hatte. Seine Mitangeklagten kannte er alle bereits aus Münster. Mit dem Kopf der späteren Bande kam er im Herbst 2018 ins Geschäft. Als Lohn für seine Kurierfahrten bekam er einen gebrauchten Opel Astra, 60 Euro pro Kilo Cannabis und genügend Marihuana für seinen Eigenbedarf.

 Ein bis zweimal pro Woche transportierte der Freckenhorster die Drogen kiloweise in Umzugskartons oder großen Taschen von der Wohnung des Bosses oder dem Bunker zu den Zwischenhändlern in Everwinkel und Nottuln oder zu Kleindealern nach Münster. Bisweilen holte er größere Mengen Marihuana vom Lieferanten des Stoffes ab und brachte sie nach Nottuln.

Als Drogen- und Geldkurier unterwegs

Auch Geld transportierte der Freckenhorster. Er kassierte bei den Kunden und bezahlte manchmal die Lieferanten. Dabei gingen schon mal Zehntausende Euro über den Tisch, in Everswinkel zumindest Tausende. Als Übergabeorte für Geld und Drogen dienten Autobahn- oder Supermarkt-Parkplätze bei größeren Chargen oder Privatadressen bei kleineren Mengen.

Der Prozess, der am Montag von vielen Zuschauern verfolgt wurde, wird am 21. Januar fortgesetzt.

SOCIAL BOOKMARKS