Krisenstimmung beim SC Wiedenbrück
Bild: Dünhölter
Steht er vor dem Aus? Trainer Alfons Beckstedde ist nach dem 2:3 des SC Wiedenbrück gegen Kölns Amateure umstritten.
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„Ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Stimmung innerhalb von einer Woche so kippen kann“, sagte SCW-Vorstandsmitglied Alexander Brentrup nach der Niederlage am Samstagnachmittag. Zur Erinnerung: Am Samstag zuvor hatte Wiedenbrück noch bei Schalkes U 23 gewonnen. „Danach haben wir intern doch schon einen Haken hinter die Saison gemacht“, gestand Brentrup. Es folgten das Debakel am Mittwoch in Ahlen sowie jetzt das 2:3 im Heimspiel gegen Köln II - und schon muss der SCW den Blick wieder nach unten richten. „Jetzt stehen wir wieder mit dem Rücken zur Wand“, erkannte Brentrup. Ob Trainer Alfons Beckstedde nach dem erneuten Rückschlag vor der vorzeitigen Beurlaubung steht, war direkt nach dem Spiel noch nicht abzusehen. „Das werden wir diskutieren, weiter möchte ich mich dazu nicht äußern“, sagte Christian Brentrup, ebenfalls Vorstandsmitglied des SC Wiedenbrück. Nach „Glocke“-Informationen wird sich das Führungsgremium des SCW am Sonntag zusammensetzen und über die Situation sprechen. Dann wird definitiv auch der Trainer ein Thema sein.

SCW beweist Moral, macht aber zu viele Fehler

Im ersten Durchgang war Köln zunächst besser, beim SCW war die Verunsicherung nach dem 1:4 in Ahlen nicht zu übersehen. Folgerichtig fiel das 1:0 durch Stanley Ratifo in der 16. Minute. Nach guter Vorarbeit von Marvin Büyüksakarya glich Pierre Merkel nur sieben Minuten später aus. Nach dem Seitenwechsel folgte Wiedenbrücks beste Phase. In der 58. Minute traf Stipe Batarilo nur den Pfosten, den Abpraller konnte Daniel Brinkmann nicht verwerten. Drei Minuten später hatte Paterson Chato noch eine gute Möglichkeit - auch die blieb ungenutzt. Da war Köln deutlich effektiver: In der 71. Minute traf Anas Ouahim per Kopf zum 1:2. Doch der SCW zeigte Moral und kam durch den eingewechselten Tobias Puhl zum Ausgleich (86.). Wieder nur zwei Minuten später leistete sich Wiedenbrücks Defensive - nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit - eine entscheidende Unaufmerksamkeit in der Schlussphase: Nach einem Freistoß stand Marco Ban völlig blank und nickte zum 3:2 für Köln ein. „Wie der so frei sein kann, verstehe ich einfach nicht“, rätselte „Ali“ Beckstedde nach dem Schlusspfiff.

SC Verl macht einen großen Schritt

Der SC Verl machte zeitgleich durch den glücklichen Sieg bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Das Team von Andreas Golombek hat nun einen Vorsprung von zehn Punkten bis zum ersten Abstiegsplatz, allerdings hat die dort rangierende U 23 des FC Schalke 04 noch zwei Partien in der Hinterhand. Allerdings verschlief Verl in Düsseldorf die erste Halbzeit komplett. Die Fortuna war zwar nicht entscheidend besser, aber effektiver: Erst Shunya Hashimoto (8.), dann Taylan Duman (28.) - schon lag Verl mit 0:2 zurück. Immerhin: Noch vor der Pause verkürzte Patrick Choroba zum 1:2 (43.).

„Ich habe mal Klartext geredet“

In der Halbzeit fand Golombek jedoch die richtigen Worte. „Ich habe mal Klartext geredet und die Jungs daran erinnert, wer so in der Oberliga spielt“, sagte Verls Trainer hinterher. Seine Ansprache verfehlte ihre Wirkung ebenso nicht wie seine Wechsel. Für die enttäuschenden Veselinovic und Schaal kamen Hecker und Rasp und mit ihnen neuer Schwung. Den Ausgleich besorgte Hecker in der 75. Minute. Wenig später hatten die Gäste großes Glück, als eine Bogenlampe von Leander Goralski in hohem Bogen in Düsseldorfs Tor segelte. Es war das entscheidende Tor zum 3:2 für den SC Verl.

Die kompletten Analysen sowie weitere Hintergründe zu den Partien des SC Wiedenbrück und SC Verl am 25. Spieltag der Fußball-Regionalliga lesen Sie am Montag, 20. März, in der „Glocke“.

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