Mit Salewski geht ein Stück Geschichte
Echter Kumpel: Salewski bei der Ehrung der IG Bergbau mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger.

 Nun hat der Mann, der wie kaum ein anderer für die Stärke und Ideale des Ahlener Boxportes steht, seinen letzten Kampf doch noch verloren. Nach 88 Jahren eines erfüllten und reichen Lebens hat Harri Salewski am 14. Februar den Ring des Lebens friedlich und für immer verlassen.

„Die ersten Jahre hab’ ich viel auf Opas Schultern gesessen“, erinnert sich Enkel Tobias Salewsky. „Das waren einige Kilometer, die am Anfang nicht laufen musste.“ Dafür wurden es später umso mehr, denn der Sport lebt in den Genen Harris weiter. Ob Sohn Werner, der selbst lange Jahre erfolgreicher Boxer war, oder eben Tobias, der als lizenzierter Athletiktrainer die Handballer der Ahlener SG auf starke Beine stellt. „Wir haben beide eben das Händchen dafür, Leute anzuleiten und sie besser zu machen.“

Und das konnte Harri Salewski, wie kaum ein anderer. Der gelernte Schmied, der 1949 auf die Zeche Westfalen wechselte und am Ende auch da Lehrlingsausbilder war, hat dem Boxsportclub zu dessen besten Zeiten seine unverwechselbare Ahlener Seele eingehaucht.

„Immer da, immer menschlich, ein väterlicher Freund“, weiß Norbert Nieroba noch. Der Ex-Weltmeister profitierte von Harris Wissen und Geduld, als der ihn auf Deutsche Meisterschaften vorbereitete. Auch Andreas Otto ließ sich auf dem Weg zur Vizeweltmeisterschaft von Salewski trainieren. Von den grandiosen Mannschaftskämpfen des BSK in der Bundesliga und zwei Deutschen Meisterschaften (1987/1989) ganz zu schweigen, als Salewski zusammen noch mit Reinhard Skricek die Kämpfer aufbaute und motivierte.

 „Harri war einfach süchtig nach Sport“, lächelt Nieroba über den ambitionierten Läufer, der noch mit über 60 Jahren einen Marathon in Hamburg absolviert hatte und selbst bis 1966 im Feder- und Leichtgewicht für den BSK kämpfte. Auch Enkel Tobias hat sich noch einiges abgeschaut.

 „Medizinbälle, Gymnastik, Seilchenspringen. Muss ja nicht alles neu erfunden werden“, sagt der Physiotherapeut, der trotz modernem Regenerationsmanagement und High-Tech-Diagnostik auf die einfachen Methoden nicht verzichten will. Denn was bei Opa gut war, muss heute ja nicht schlecht sein.

Harri Salewskis Erbe ist, davon kann man ausgehen, in sehr guten Händen.

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