Spielerische Linie wird noch vermisst
Foto: Dünhölter
Mächtig Eindruck hinterlassen hat Verls Offensivakteur Aygün Yildirim (r.), hier im Zweikampf mit Robert Berger, bei Thomas Löwe, dem Präsidenten von Lokomotive Leipzig.
Foto: Dünhölter

 Denn gespielt wird im Europokalmodus, also mit Auswärtstor-Regelung. Im Rückspiel würde dem SC Verl jeder Sieg sowie ein 0:0 oder 1:1 reichen, um den Sprung in die Dritte Liga in der regulären Spielzeit perfekt zu machen. Nur bei einem 2:2 ginge es in die Verlängerung.

„Das 2:2 ist ein gutes Ergebnis, aber es ist noch ein schwieriger Weg in die Dritte Liga“, ahnt Verls Vorsitzender Raimund Bertels, was noch auf die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti zukommt. Aber auch Bertels hegt eine Hoffnung für das Rückspiel. „Nach der mehrmonatigen Pause war es angesichts unserer Spielphilosophie für die mehr auf die kämpferischen Aspekt setzenden Leipziger einfacher, schnell in den Rhythmus zu finden“, setzt Bertels darauf, dass die Partie in Leipzig den Sportclub bei der Rückkehr zu seinen spielerischen Qualitäten hilfreich war.

Denn von denen war nach dem Seitenwechsel kaum mehr etwas zu sehen gewesen. Die zweite Halbzeit im Bruno-Plache-Stadion machte deutlich, dass sich das Capretti-Team besser nicht auf den von Leipzig angestrebten offenen Schlagabtausch einlassen sollte.

„Einem Rückstand hinterher zu laufen fällt bei Temperaturen über 30 Grad und der langen Pause zuvor besonders schwer“, möchte auch Verls erfahrenster Spieler Zlatko Janjic im Rückspiel lieber den Gegner schnellstmöglich mit einem eigenen Tor unter Zugzwang setzen.

Thomas Löwe, Präsident von Lok Leipzig, ärgerte sich, dass die Partie als Geisterspiel ausgetragen werden musste. „Das war heute eine skurrile Situation mit 30 bis 40 Zuschauern auf der Tribüne. Ohne Corona hätten wir das Stadion mit 10 000 Fans voll gehabt. Da entgehen uns erhebliche Einnahmen“, ist für Löwe der Leipziger Aufstieg fast schon überlebenswichtig.

Besonders ein Verler Akteur hatte es Löwe angetan: „Aygün Yildirim ist ein technisch starker Spieler, der hat unsere Abwehr ganz schön beschäftigt. Überhaupt die Außenspieler, die waren immer ruckzuck weg. Die Verler haben bewiesen, dass sie zurecht in den Relegationsspielen antreten.“

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