„Wir müssen alle stets wachsam sein“
Foto: FLVW Kreis Münster
Irmi Venschott ist die Präventionsbeauftragte des Fußballkreis Münster-Warendorf und hat sich dem Kampf gegen den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen verschrieben.
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In 90 Minuten wurde über das Thema informiert und alle Fragen der Teilnehmer beantwortet. Der Kreisvorsitzende Norbert Krevert erläuterte den hohen Stellenwert des sensiblen Themas: „Der Kreis hat das ehrgeizige Ziel, Themen wir Missbrauch, Gewalt und Rassismus aufzugreifen, um diese gemeinsam mit Ihnen aus unseren Vereinen zu verbannen. Wenn doch ein Fall auftritt, ist das richtige Handeln wichtiger Faktor.“ 

Ab der neuen Saison soll jeder Verein einen Präventionsbeauftragten stellen, damit ein Netzwerk geschaffen wird und sich alle Vereine unterstützen können. „Bei diesem Thema gibt es nur ein Miteinander“, so Krevert. Ebenso lobte er den unermüdlichen Einsatz von Irmi Venschott, die sich seit 2016 intensiv mit dem Thema befasst und seit 2019 als Präventionsbeauftragte: „Irmi hat es geschafft, ein Tabuthema zu brechen. Es lässt sich nicht messen, wie viele Kinder schon geschützt wurden und noch werden, weil sie nicht müde wird, dieses wichtige Thema in den Fokus zu rücken.“ 

Der Hauptteil des Abends bestand aus dem 45-minütigen Vortrag von Irmi Venschott. Sie informierte fachkundig über Warnsignale, Hilfsangebote aber auch darüber, wie das Tätigkeitsprofil eines Präventionsbeauftragten im Verein aussieht. „Wenn ein Verdachtsfall besteht oder ein Fall eintritt, ist es wichtig, sich externe Hilfe zu holen“, machte die Präventionsexpertin klar. Zudem sei es wichtig, dass Vereine dieses Thema offensiv aufgreifen. 

„Es geht nicht darum Trainer und Betreuer unter Generalverdacht zu stellen“, so Venschott. „Potenzielle Täter suchen ihre Opfer in Vereinen und da, wo sich Kinder und generell Minderjährige aufhalten. Daher müssen wir alle stets wachsam sein“. Tipps gab sie auch bei der Auswahl von Personal: „Viele Vereine verlangen ein polizeiliches Führungszeugnis der Übungsleiter, was ich sehr begrüße und allen Vereinen dringend empfehlen möchte“. 

Ernüchternd musste sie aber auch berichten, dass die besten Präventionsmaßnahmen keine Garantie sind, derartige Straftaten zu verhindern. „Glauben Sie mir“, versicherte Venschott, „niemand möchte miterleben wie belastend es ist, wenn dann im eigenen Verein ein Fall von Missbrauch bekannt wird. Da kommt man emotional an Grenzen.“

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