Einkommensentwicklung unter Durchschnitt
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Den Städten sieht man oft an, wie es den Menschen geht. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte ist nirgendwo in Nordrhein-Westfalen so niedrig wie in Gelsenkirchen. Das geht aus dem Armutsbericht hervor, der am Mittwoch im Landtag vorgestellt wird.
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Das geht aus dem jüngsten NRW-Sozialbericht hervor, mit dem sich der Gesundheitsausschuss des Düsseldorfer Landtags an diesem Mittwoch befassen wird. Dabei gebe es starke örtliche Abweichungen, heißt es in dem 616 Seiten starken „Armuts- und Reichtumsbericht“, den das NRW-Sozialministerium einmal pro Legislaturperiode vorzulegen hat: „Am höchsten war das verfügbare Einkommen 2017 im Kreis Olpe mit 28 044 Euro und am niedrigsten in Gelsenkirchen mit 16 312 Euro.“ Als verfügbares Einkommen der privaten Haushalte bezeichnet den Teil des Einkommens, der für den privaten Konsum und private Ersparnis zur Verfügung steht. Der westdeutsche Durchschnitt habe bei 23 283 Euro gelegen – ohne Berlin. In NRW lag das verfügbare Einkommen im Durchschnitt bei 22 263 Euro - immerhin ein Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zu 2013.

 „Die Ungleichheit der Einkommensverteilung ist von 2014 auf 2017 weiter angestiegen“, bilanziert der Bericht. 2018 hat sich die Entwicklung demnach minimal verbessert. Die Zahlen zeigen aber immer noch eine große Schere: 2018 flossen dem einkommensreichsten Zehntel der betrachteten Bevölkerungsstichprobe 3,7 Mal so viel Einkommen zu wie dem einkommensärmsten Zehntel höchstens zur Verfügung standen. Die Zusammenfassung der Sozialdaten enthält weitere schlechte Nachrichten für NRW: „Die Lohnentwicklung in Nordrhein-Westfalen blieb von 2015 bis 2019 hinter der in Westdeutschland und dem gesamten Bundesgebiet zurück“, heißt es dort. Zudem habe sich die Ungleichheit in der Lohnverteilung verschärft: sowohl zwischen Führungskräften und Ungelernten als auch zwischen Vollzeitbeschäftigten mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

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