Kommunalwahl in NRW: Ein Überblick
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Die Ergebnisse der Kommunalwahl in NRW gibt es hier im Überblick.
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Münster: Am 27. September wird es in Münster zu einer Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters kommen: Amtsinhaber Markus Lewe (CDU, 55) erreicht 44,55 Prozent der Stimmen, auf Platz zwei kommt mit einem Stimmenanteil von 28,47 Prozent der Kandidat der Grünen, Peter Todeskino (61). Auf Platz drei folgt Dr. Michael Jung (SPD). Er kam im neun Kandidaten starken Feld auf 16,30 Prozent. Spannend ist die Frage, ob Grünen-Kandidat Todeskino in vollem Umfang die Stimmen der SPD-Wählerschaft für sich gewinnen kann. Lewe ist seit 2009 im Amt. Todeskino ist aktuell als Geschäftsführer der Westfälischen Bauindustrie GmbH tätig. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,95 Prozent.

Hamm: Hier könnte es einen Machtwechsel geben: Thomas Hunsteger-Petermann (67), dienstältester Oberbürgermeister in NRW, hat nur 37,41 Prozent der Stimmen erzielt. Auf den ersten Platz wählten die Hammer Marc Herter (46). Der Sozialdemokrat, seit 2010 Landtagsabgeordneter, erreichte 40,67 Prozent der Stimmen im Feld von zehn Kandidaten. Er geht gegen Hunsteger-Petermann in die Stichwahl.

Die Wähler in Bielefeld haben Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) in die Stichwahl geschickt.

Bielefeld: Die Wähler in Bielefeld haben Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) in die Stichwahl geschickt. Der 58-Jährige, seit 2009 an der Spitze der Verwaltung in der Ostwestfalen-Metropole, kam im ersten Wahlgang auf 39,61 Prozent der abgegebenen Stimmen. Unter den zwölf Mitbewerbern schnitt Ralf Nettelstroth (CDU) mit 29,32 Prozent am erfolgreichsten ab. Der Rechtsanwalt und frühere Landtagsabgeordnete hat nun in zwei Wochen eine zweite Chance auf das Oberbürgermeisteramt. Den dritten Platz belegte Kerstin Haarmann von den Grünen mit 12,45 Prozent. Die weiteren Bewerber kamen jeweils auf Werte unter 6 Prozent.

Kreis Soest: Eva Irrgang (63, CDU), bislang einzige Landrätin in Nordrhein-Westfalen, wird diese Aufgabe im Kreis Soest für weitere fünf Jahre ausüben. Sie erhielt im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit (56,52 Prozent). Christian Klespe (SPD, 23,82 Prozent) und Ilona Kottmann-Fischer (Grüne, 19,66 Prozent) blieben chancenlos. 

Wegen einer Wahlpanne sind bei der Kreistagswahl in Soest 412 Stimmen für ungültig erklärt worden. In einem Stimmbezirk im Stadtgebiet seien irrtümlicherweise die Stimmzettel für den Nachbarbezirk ausgegeben worden, teilte der Kreis Soest am Sonntagabend mit. Der Kreiswahlleiter werde in den nächsten Tagen vor der Feststellung des amtlichen Endergebnisses prüfen, ob die ungültigen Stimmen relevant für Mandate und die Zusammensetzung des Kreistages hätten sein können. Bei der Briefwahl sei der Fehler nicht passiert - dort seien die richtigen Stimmzettel versandt worden.

Lippstadt: Arne Moritz ist der Wahlgewinner in Lippstadt. Der Kandidat von CDU und FDP holte nach Auszählung aller Wahlbezirke 51,61 Prozent der Stimmen. Die Kandidatin der SPD, Sabine Pfeffer, kommt auf 39,97 Prozent. Damit gibt es in Lippstadt knapp keine Stichwahl. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,01 Prozent. 

Steinfurt/Coesfeld/Borken: Die Allianz der CDU-Landräte im Münsterland könnte bröckeln: Während sich die christdemokratischen Amtsinhaber in den Kreisen Borken (Dr. Kai Zwicker; 67,2 Prozent) und Coesfeld (Dr. Christian Schulze Pellengahr; 66,74 Prozent) gleich im ersten Wahlgang gegen ihre Mitbewerber durchsetzten, wird über den neuen Landrat im Kreis Steinfurt erst bei der Stichwahl am 27. September entschieden. Von den anfangs fünf Kandidaten gehen dann Mathias Krümpel (54, CDU; 31,02 Prozent) und Dr. Martin Sommer (56, parteilos, 28,12 Prozent) ins Rennen. Brisant: Sommer, seit 2001 Kämmerer und seit 2011 Dezernent in der Steinfurter Kreisverwaltung, war lange als möglicher Landratskandidat des CDU-Kreisverbandes im Gespräch.

Stadt Paderborn: Der amtierende Bürgermeister Michael Dreier (CDU) ist der klare Gewinner der Wahl in der Domstadt. Er hat 52,04 Prozent der Stimmen hinter sich versammelt. Dr. Klaus Schröder (Grüne) ist mit 20,06 Prozent der zweistärkste Kandidat. Dreier bleibt somit über der 50-Prozent-Marke und ist direkt wiedergewählt.

Kreis Paderborn: Landrat Manfred Müller (CDU) – seit 2004 im Amt – hatte im Vorfeld eine erneute Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen ausgeschlossen. Der von der CDU ins Rennen geschickte Christoph Rüther, zuvor Bürgermeister von Bad Wünnenberg, konnte sich bereits im ersten Wahlgang mit 53,45 Prozent gegen seine sieben Mitbewerber – darunter SPD-Kandidat Wolfgang Weigel – durchsetzen.

Kreis Lippe: Hier muss der amtierende Landrat Dr. Axel Lehmann (SPD) gegen den früheren Vorsitzenden des deutschen Richterbunds, Jens Gnisa (CDU), in die Stichwahl. Lehmann erhielt rund 40 Prozent, Gnisa kam auf knapp 33 Prozent. Robin Wagener (Grüne), Carsten Möller (FDP) sowie Ursula Jacob-Reisinger (Die Linke) schieden aus.

Kreise Herford, Minden & Höxter: Der amtierende Landrat Jürgen Müller (SPD, 56,28 Prozent) hat sich im Kreis Herford bereits im ersten Wahlgang gegen seine Mitbewerberin Dorothee Schuster (CDU, 36,34 Prozent) und Bernhard Riedl (Die Partei, 7,38 Prozent) durchgesetzt. In Minden-Lübbecke verbuchte CDU-Bewerberin Anna-Katharina Bölling (CDU) mit rund 46 Prozent zwar das beste Ergebnis, sie muss aber gegen Ingo Ellerkamp (SPD, mehr als 31 Prozent) in die Stichwahl. Der bisherige Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) hatte sich nicht erneut zur Wahl gestellt. Im Kreis Höxter ließ Michael Stickeln (CDU), bisheriger Warburger Bürgermeister, mit 72,94 Prozent den SPD-Kandidaten Helmut Lenzdorf (27,06 Prozent) deutlich hinter sich.

Armin Laschet (CDU) hat den Sieg seiner Partei bei der Kommunalwahl als Anerkennung für den „Weg von Maß und Mitte in der Pandemie" bezeichnet.

Düsseldorf: Der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident Armin Laschet hat den Sieg seiner Partei bei den NRW-Kommunalwahlen als Anerkennung für den „Weg von Maß und Mitte in der Pandemie" bezeichnet. Laschet sagte am Sonntagabend in Düsseldorf, dieser Weg „war richtig, ist richtig und bleibt in Zukunft auch richtig" für Nordrhein-Westfalen. Den Sieg der CDU „in dieser Größenordnung“ hätten viele nicht erwartet in einem Land, das 50 Jahre von der SPD regiert worden sei. Drei Jahre nach der Landtagswahl sei die CDU in NRW „tief verankert", sagte Laschet. Seine Partei habe gezeigt, dass sie sowohl im ländlichen Raum als auch in den große Metropolen und im Ruhrgebiet gewinnen könne.

Berlin: Der SPD-Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans sieht im Abschneiden seiner Partei bei den

Der SPD-Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans sieht im Abschneiden seiner Partei bei den NRW-Kommunalwahlen im Vergleich zur Europawahl im Mai 2019 eine „Trendwende".
NRW-Kommunalwahlen im Vergleich zur Europawahl im Mai 2019 eine „Trendwende". Damals kam die SPD in Nordrhein-Westfalen auf 19,2 Prozent. „Das war der Tiefpunkt", sagte Walter-Borjans. Am Sonntagabend lag die SPD laut Hochrechnung von 20.07 Uhr bei 23,4 Prozent. Seit der Europawahl habe sich eine Menge geändert, so der Parteivorsitzende. Dazu beigetragen hat nach seiner Einschätzung ein „sehr geschlossenes Auftreten der SPD insgesamt". Walter-Borjans räumte ein: Es tue weh, dass gegenüber den vorigen Kommunalwahlen enorme Verluste zu verzeichnen seien. Landesweit hatten die Sozialdemokraten bei den Kommunalwahlen 2014 noch 31,4 Prozent erreicht. Das aktuelle Abschneiden der amtierenden SPD-Oberbürgermeister bezeichnete Walter-Borjans als „absolut passabel"

Düsseldorf: Bei der Oberbürgermeisterwahl in Düsseldorf ist eine Stichwahl zwischen dem SPD-Amtsinhaber Thomas Geisel und seinem CDU-Herausforderer Stephan Keller wahrscheinlich. Nach Auszählung von 301 der 454 Stimmbezirke führte Keller mit 31,36 Prozent vor Geisel mit 28,29 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgten bei dem Zwischenstand der Kandidat der Grünen, Stefan Engstfeld (17,59 Prozent), und die FDP-Kandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (11,63 Prozent).

Düsseldorf: Mit dem Tweet „Historisch bestes Ergebnis für Grün landesweit“ hat der Grünen-Fraktionschef in NRW, Arndt Klocke, die WDR-Prognose für seine Partei kommentiert. Laut der Prognose kommen die Grünen bei den Kommunalwahlen landesweit auf 19 Prozent - das sind 7,3 Prozentpunkte mehr als bei den vorherigen Kommunalwahlen im Jahr 2014.

Düsseldorf: Der nordrhein-westfälische SPD-Chef Sebastian Hartmann hat seine Partei aufgerufen, nach den Verlusten bei den Kommunalwahlen nun die ausstehenden Stichwahlen im Land in den Blick zu nehmen. "Wir müssen unsere Kraft konzentrieren, um die Stichwahlen für uns zu entscheiden", sagte er am Sonntagabend. Natürlich sei er nicht zufrieden, wenn seine Partei sieben oder acht Prozent abgebe. In vielen Städten in NRW waren am Abend Stichwahlen mit SPD-Bewerbern wahrscheinlich - etwa in Düsseldorf, Köln und Dortmund. Hartmann hatte bereits zuvor betont, dass sich die SPD weiterhin als starke politische Kraft sehe. „Im Vergleich zur Europawahl 2019 können wir unser Ergebnis landesweit deutlich verbessern, auch wenn wir leider hinter den Kommunalwahlergebnissen von 2014 zurückbleiben", erklärte der 43-Jährige. „Trotzdem hat sich der Trend gedreht und wir liegen vor den Grünen." Die SPD sei weiterhin als Kommunalpartei die zweitstärkste Kraft in NRW.

Bochum: Ungewöhnlich gefaltete Stimmzettel für die NRW-Kommunalwahlen haben in Bochum Bombenentschärfer des Landeskriminalamts (LKA) auf den Plan gerufen. Wahlhelfer hatten am Nachmittag in einem Briefwahlzentrum "zwei verdächtige Umschläge gefunden, die deutlich dicker waren, als das normale Kuvert", so die Polizei am Sonntagabend. Zwei benachbarte Briefwahlzentren mit 800 Helfern wurden evakuiert, das LKA zu Hilfe gerufen. „Um 19.30 Uhr wurden die beiden Briefumschläge seitens des Entschärfers geröntgt und geöffnet. Das Ergebnis: Die sehr ungewöhnlich gefalteten Stimmzettel hatten die unübliche Form der Briefumschläge verursacht", teilte die Polizei mit. Der Wahlleiter habe die Stimmzettel als ungültig gewertet. Ein strafbarer Hintergrund bestehe wohl nicht.

Henriette Reker (parteilos), amtierende Oberbürgermeisterin von Köln, liegt klar vorne. Sie muss aber in die Stichwahl

Dortmund: Die SPD hat in Dortmund gute Chancen, auch nach der Ära Ullrich Sierau den Oberbürgermeister zu stellen. Im ersten Wahlgang erhielt SPD-Kandidat Thomas Westphal (53) mit etwa 35,9 Prozent die höchsten Stimmanteil. In die Stichwahl am 27. September geht Westphal, aktuell Wirtschaftsförderer in Dortmund, mit Dr. Andreas Hollstein (57). Der CDU-Kandidat und ehemalige Bürgermeister von Altena erreichte einen Stimmenanteil von etwa 25,9 Prozent. Damit lag er nur knapp vor Daniela Schneckenburger (Grüne), die auf knapp 22 Prozent der Stimmen kam. Als Bürgermeister von Altena wurde Hollstein im November 2017 bei einem Messerangriff schwer verletzt. Der Christdemokrat hatte sich immer wieder öffentlich für Flüchtlinge eingesetzt.

Köln: Amtsinhaberin Henriette Reker (parteilos) hat bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen geholt - 44,97 Prozent. Reker muss aber gegen ihren SPD-Kontrahenten in die Stichwahl.

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