Offene Fragen im Missbrauchsfall Münster
In dieser mittlerweile abgerissenen Gartenlaube bei einem Kleingartenverein in Münster soll ein 27-Jähriger mehrere Kinder schwer sexuell missbraucht haben. Die Opposition im NRW-Landtag fordert nun eine Sondersitzung, um noch offene Fragen im Missbrauchskomplex zu klären. Foto: dpa

Die Sitzung wurde für kommenden Dienstag, 30. Juni, angesetzt. SPD und Grüne betonten in ihrem Antrag, dass nach der bisherigen Aufarbeitung des Missbrauchskomplexes im Landtag noch immer Fragen offen seien. „Angesichts des hohen öffentlichen und parlamentarischen Interesses an dieser Angelegenheit ist eine gemeinsame Sitzung der drei Ausschüsse auch in der sitzungsfreien Zeit dringend geboten.“ Die Oppositionsparteien haben unter anderem Fragen zu früheren Ermittlungen gegen den Hauptverdächtigen, der Arbeit der Staatsanwaltschaft und des Jugendamts.

Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war Anfang Juni bekannt geworden. Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige war wegen Kinderpornografiebesitzes zweifach vorbestraft. Bislang gab es in dem Fall in Münster Festnahmen von elf Tatverdächtigen aus mehreren Bundesländern. Sieben von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Sie kommen aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Niedersachsen und zwei aus Hessen.

Dem Hauptverdächtigen werfen die Ermittler 15 Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Unter den Opfern ist demnach auch der zehnjährige Sohn seiner Lebensgefährtin. Als einer von zwei Tatorten mit bislang drei Opfern steht bislang laut den Ermittlern eine Gartenlaube in Münster fest, die inzwischen abgerissen wurde.

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