Mercedes GLB: Siebensitziger Lückenfüller  
Bilder: Mercedes
Der Mercedes GLB erinnert stark an seine ganz großen Brüder GLS und G-Klasse. Die Designer haben ihm ganz bewusst ein eher kantiges Blechkleid geschneidert. Kühlergrill und A-Säule stehen sehr senkrecht, die Motorhaube ist auffällig modelliert.
Bilder: Mercedes

Der hebt sich völlig von dem ab, was sich sonst in diesem Segment so tummelt. Auf den ersten Blick nämlich wirkt der GLB wie eine im falschen Waschprogramm eingelaufene G-Klasse, eine der Geländewagen-Ikonen dieser automobilen Welt. Genau wie diese ist der GLB eher eckig und schon ein wenig stämmig. Das liegt an seiner Breite (1,83 Meter) und Höhe (1,60 Meter) bei 4,60 Metern Länge, an der kantigen Motorhaube, der recht senkrecht stehenden A-Säule, der muskulösen Schulter und den Kunststoffbeplankungen rundum.

Selbstverständlich ist der GLB in Sachen Geländetauglichkeit keine geschrumpfte G-Klasse, fehlen ihm doch deren Getriebeuntersetzung und Differentialsperren. Eine Bergabfahrhilfe und eine Anpassung der Traktionshilfen im Offroad-Modus sind aber an Bord, bis auf die Basisversionen sind alle GLB mit dem 4Matic genannten Allradantrieb ausgestattet, der bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterräder leiten kann.

Widescreen nennt Mercedes die unter eine Glasabdeckung untergebrachten und jeweils 10,2 Zoll großen Displays.
Nach den ersten Ausfahrten rund um die spanische Hafenstadt Málaga gibt es Lob für die vorbildliche, weil sehr angenehme und beste Rundumsicht bietende Sitzposition sowie für den Fahrkomfort. Der Testwagen ist mit dem aufpreispflichtigen, adaptiven Fahrwerk ausgestattet, das im Komfort-Modus nahezu das Niveau einer Luftfederung erreicht. Aufpreispflichtig ist übrigens vieles, was aus dem GLB einen richtigen Mercedes macht. Das sehr gute, vollwertige Head-up-Display zum Beispiel, oder der Widescreen genannte Riesenbildschirm mit den zwei unter einer Abdeckung verbauten 10,5 Zoll großen Displays. Wer will (und „der Chinese“ will auf jeden Fall) kann seinen GLB auch als Siebensitzer bekommen.

Die beiden Plätze in der dritten Reihe sieht aber auch Mercedes als lediglich „für Personen bis 1,68 Metern Größe geeignet“ an. Z

ur Wahl stehen drei Diesel mit 116 bis 190 PS sowie drei 163 bis 306 PS starke Benziner. Empfehlenswert erscheinen besonders der 2,0-l-Vierzylinderbenziner mit 250 PS und immerhin 340 Nm Drehmoment sowie für Vielfahrer der GLB 220d, ein 2,0-l-Vierzylinderdiesel mit 190 PS (Normverbrauch 5,2 l/100 km). Einen Hybriden, mit und ohne Plug-in gibt es übrigens (noch?) nicht.

 

DATEN & FAKTEN

Das Modell: fünf- bis siebensitziges SUV. In Maßen: Länge/Breite/Höhe 4,63/1,83/1,70 m, Radstand 2,83 m, Kofferraumvolumen 570 bis 1805 l.

Schalten & walten: es gibt keine Modelle mit Handschaltung. Der 1,3-l-Vierzylinder im GLB 180 hat eine siebenstufige Automatik, alle anderen eine Automatik mit acht Stufen. Was ist drin? Unter anderem Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Automatik–getriebe, 7 Zoll große Displays, verstellbarer Ladeboden, Laderaumabdeckung (Rollo), unter Ladeboden verstaubar, Allradantrieb beim GLB 250 und GLB 220d (für GLB 200d 2215 Euro Aufpreis).

Was fehlt? LED-Scheinwerfer. Die müssen mit 982 Euro extra bezahlt werden.

Mitbewerber: z.B. VW Tiguan Allspace, Skoda Kodia

SOCIAL BOOKMARKS